Skip to main content
Jetzt spenden

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Offizielle Stellen begründeten die Durchsuchung mit der Verbreitung geheimer Daten. Baikal Environmental Wave hatte in Zusammenarbeit mit dem wissenschaftlichen Institut Sosnovgeos die radioaktive Verseuchung von Wasser und Boden um das Angarsker Kombinat kartografiert. Die Karten wurden schon vor zehn Monaten etlichen öffentlichen Stellen zugeschickt. Sie enthielten keine näheren Angaben über das Kombinat selber oder auch nur dessen genaue örtliche Ausdehnung.

Die Mitarbeiter der Organisation wurden im Büro festgehalten. Sie durften weder telefonisch noch per Fax Kontakt mit der Außenwelt aufnehmen. Der Staatssicherheitsdienst beschlagnahmte die Festplattenlaufwerke sämtlicher Computer, obwohl die beanstandeten Karten weder elektronisch erfasst noch gespeichert waren. Die regionale Behörde des Sicherheitsdienstes verweigerte zunächst jeden Kommentar zu der Durchsuchung. Fernsehjournalisten soll die Veröffentlichung des Vorgangs untersagt worden sein.

Zeitgleich zur Hausdurchsuchung fand das öffentliche Feststellungsverfahren zu den Umweltrisiken durch den Bau einer Ölpipeline durch den Tunkinsky Nationalpark statt. Baikal Environmental Wave führt zurzeit eine Kampagne gegen dieses Projekt am Ufer des Baikalsees an. Auftraggeber ist Yukos, die zweitgrößte Ölgesellschaft des Landes.

An einen Zufall mögen Umweltschützer nicht recht glauben. Für viel wahrscheinlicher halten sie, dass die Staatssicherheit mit der Durchsuchung Unternehmensinteressen schützen will. Im heutigen Russland ist ein solches Vorgehen leider keine Seltenheit.

Nach Medienberichten vom Sonntag sollen die Mitarbeiter von Baikal Environmental Wave nun doch nicht wegen des Verrats von Staatsgeheimnissen angeklagt werden. Auch soll der Umweltschutzorganisation die beschlagnahmte Ausrüstung zurückgegeben werden.

Mehr zum Thema

Rike Bröhan (Recy-Kids) zeigt Upcycling bei der Make-Smthng-Week

Klimageschenk

  • 09.12.2021

Dieses Weihnachten klimagerecht schenken.

mehr erfahren
Factory Worker in Guangdong Province

Wie umweltfreundlich ist die Textilindustrie?

  • 23.11.2021

Während die Modeindustrie auf dem Weg zu giftfreier Produktion weit vorangekommen ist, verschärft sie mit ungebremster Massenproduktion die Klimakrise, so ein Greenpeace-Report.

mehr erfahren
Wissenschaftlerin untersucht Wasserprobe

Nicht sauber, sondern Rhein

  • 11.11.2021

Wer verschmutzt den Rhein mit Mikroplastik? Der zweite Teil einer Greenpeace-Studie nimmt sich erneut Deutschlands wichtigste Wasserstraße vor – und findet keine Verbesserung.

mehr erfahren
Greenpeace-Aktive in Stutgart beim Clean-up-Day

Markenzeichen Müll

  • 25.10.2021

Plastikproduzenten ignorieren ihre Verantwortung für die Umwelt. Eine Markenanalyse von Break Free From Plastic nennt die größten Verschmutzer jedes Jahr beim Namen.

mehr erfahren
Aufräumarbeiten am Strand im Senegal

Vom Regen in die Traufe

  • 22.10.2021

Ölunternehmen tauschen ein Übel gegen das andere: Sie produzieren zukünftig weniger Benzin, dafür mehr Plastik. Das verschärft das Müllproblem – und ist ebenso klimaschädlich.

mehr erfahren
No-PFC-Banner in Gegenlicht

Ein Gewinn für die Umwelt

  • 01.10.2021

Der Hersteller von Gore-Tex wird in seiner Outdoorbekleidung keine umweltschädlichen polyfluorierten Chemikalien mehr verwenden: ein Erfolg der Greenpeace-Detox-Kampagne.

mehr erfahren