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Um 11 Uhr Ortszeit begann eine Foto-/Videoausstellung im India Habitat Center.

Um 15 Uhr stellte Greenpeace in den Räumen der Ghandi Peace Foundation einen 25-Seiten-Bericht vor. Der Bericht liefert erstmals technische und Umweltdaten von Verschrottungsplätzen in Indien. Er enthält Asbestanalysen aus Schiffen, von Arbeitsplätzen, Ladentischen und aus der Umwelt. Er vergleicht die Arbeitsbedingungen bei der Asbestsanierung in Deutschland mit der Praxis des offenen Ausbruchs bei der Schiffsverschrottung in Indien.

In Farben von verschiedenen Schiffen wurden zum Teil extrem hohe Dosen an giftigen Schwermetallen analysiert. Dieselben Stoffe wurden auch im Boden gefunden. Diese Bodenbelastung wird mit Hintergrunddaten aus dem unbelasteten agrarischen Hinterland verglichen.

Schließlich wird am Arbeitsplatz eine extrem hohe Belastung mit giftigen Zinnorganika aus Schiffsanstrichen belegt, die sich dann in abnehmender Konzentration auch noch kilometerweit in gesundheitsgefährdenden Dosen im Wattenmeer nachweisen lässt.

40.000 junge Arbeiter zerlegen allein in Alang die Ozeanriesen weitgehend in Handarbeit mit Hämmern, Sägen und kleinen Schneidbrennern. Asbest wird per Hand ausgebrochen und findet sich überall, wo man hinschaut, wieder.

Die schwermetallhaltigen Farben brennen beim Schweißen und verbreiten extrem gesundheitsschädigende Dämpfe, denen die Arbeiter ständig ausgesetzt sind. Der Landesgewerbearzt von Bremen, Dr. Frank Hittal, schätzt, dass durch diese Dämpfe zusammen mit den Asbeststäuben jeder vierte Krebs bekommt (...) In Deutschland würde sich sicher ein Staatsanwalt dafür finden.

Die geringfügigen Arbeitsschutzmaßnahmen vor Ort können nicht einmal akute Lebensgefahren verhindern. Dutzende von Arbeitern sterben jährlich durch herabfallende Stahlteile sowie Explosionen und Brände in den Schiffsbäuchen.

Deutsche Reeder und Schiffseigner verkaufen aber, wohlwissend um diese Verhältnisse, bedenkenlos ihre alten Schiffe für gutes Geld an die indischen Stahlrecycler.

In den 70er Jahren wurden beim Bau eines jeden Hochseeschiffs mehrere Hundert Tonnen schadstoffhaltige Schiffsbaustoffe verwendet. Diese Schiffe gehen heute aus Kostengründen nur noch nach Asien. Was in Europa teuer entsorgt werden müsste, wird nach Asien zum reinen Wert des Stahls verkauft.

Ein Beispiel: Die Hamburg-Südamerikanische Dampfschifffahrtsgesellschaft verkaufte ihr 27 Jahre altes Schiff Columbus New Zealand, Stahlgewicht 10.000 Tonnen, für damals 1,6 Mio Mark nach Alang. Dort wurde es von einem Greenpeace-Team inspiziert und beprobt. Die Daten finden sich in dem Bericht.

In Alang im Bundesstaat Gujarat, dem größten Schiffsfriedhof der Welt, werden von jährlich weltweit 700 alten Schiffen ca. 350 verschrottet.

Hintergrundberichte finden Sie unter 'Publikationen'

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