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Nirgendwo in der Welt wurden bislang derart hohe Werte an so genannten Dauergiften oder POPs (Persistent Organic Pollutants) im menschlichen Körper gefunden wie bei den Inuit Grönlands. Hinzu kommen Quecksilber, Blei und Cadmium. Dauergifte sind hochgiftige Chemikalien, die nur äußerst langsam oder gar nicht abgebaut werden. Sie reichern sich auf ihrem Weg durch das Nahrungsnetz an.

Die Tiere der Polargebiete sind einem besonders hohen Risiko ausgesetzt, da sich die Dauergifte aufgrund globaler Winde und Strömungen in den höheren Breiten besonders stark ansammeln. Tiere, die tiefer im Nahrungsgefüge der Meere stehen, wie zum Beispiel die Bartenwale, vergiften sich durch die großen Mengen an Nahrung, die sie täglich aufnehmen. Auch ihre Beute, Kleinlebewesen und kleine Schwarmfische, tragen Gift in sich und geben es weiter an ihre Jäger. So gelangen die Gifte schließlich über die Jagd auch in den Körper des Menschen und reichern sich dort an.

Die neuen Erkenntnisse bringen für die Inuit ein gesundheitliches Dilemma mit sich. Einerseits waren sie bisher durch ihre Ernährung vor klassischen Zivilisationskrankheiten wie Diabetes und Herzerkrankungen geschützt. Andererseits erweist sich gerade diese Ernährung jetzt als verhängnisvoll. Die Amap-Wissenschaftler fordern die grönländischen Gesundheitsbehörden daher auf, unter Beachtung der neuen Erkenntnisse sorgfältige und ausgewogene Ernährungsratschläge für die Inuit zu entwickeln.

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