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Aber die Greepeace-Aktivisten haben an diesem ersten öffentlichen Tag auf der IAA noch andere Banner dabei. Beim Kauf eines neuen Mercedes-Diesel lesen Sie bitte das Kleingedruckte. Diesel macht Krebs! Dazu erklärt der Auto- und Verkehrexperte von Greenpeace Günter Hubmann: Wenn sich die Menschen für das Kleingedruckte interessieren, dann erfahren sie von uns, dass bei Mercedes noch keine Dieselfahrzeuge mit Filter erhältlich sind. Oder wie lange das noch dauern wird. Aber auch, dass dafür ein Aufpreis gezahlt werden muss.

So verwundert es auch nicht, dass ein Auto unter den drei Dieselschweinen ein Mercedes ist. Aber auch Dieselferkel sind dabei: ein Smart und ein VW-Lupo. Alle Fahrzeuge strahen in schweinchenrosa und sind mit einem Schweinerüssel und -ohren ausgestattet. Dass es auch anders geht, demonstriert Greenpeace seit über einem Jahr mit dem vierten Auto: Ein gebrauchter Mercedes 220 CDI, der durch den TÜV Essen mit einem Partikelfilter nachgerüstet wurde.

Kurz vor Ende der 80.000 Kilometer-Testfahrt bescheinigte der TÜV, dass der Filter immer noch einwandfrei funktioniert - für den Laien daran erkennbar, dass ein weißes Taschentuch am Auspuff weiß bleibt und nicht wie bei herkömmlichen Diesel-Fahrzeugen schwarz wird. Die Rußpartikel werden um 99 Prozent bis auf 0,001 Gramm pro gefahrenen Kilometer reduziert.

Beim Nachrüsten winken die deutschen Autobauer nach wie vor ab. Wir haben vorgemacht, wie es funktioniert, kontert Günter Hubmann, Auto-Experte bei Greenpeace. Nun müssen vor allem VW und DaimlerChrysler nachziehen. Die Autohersteller müssen serienmäßige Nachrüstfilter-Sets für Gebraucht- und Altwagen anbieten - und zwar umgehend.

Dieser Schritt ist dringend notwendig, weil sonst eine Entschärfung der Situation beim Dieselruß für frühestens 2014 prognostiziert wird. Bis dahin würden jährlich weiter 8.000 Menschen an Dieselkrebs sterben. Die giftigen Rußpartikel aus den Auspuffen der Millionen Dieselfahrzeuge verursachen zusätzlich bei vielen Menschen Herzinfarkte, Asthma und Allergien.

Diese unnötige Luftverschmutzung im Blick erklärte Hubmann: Die Hersteller beweisen auf der IAA wieder, dass ihnen Gesundheitsschutz unwichtig ist. Im Prinzip verkaufen sie Krankheit und Tod.

Auch wenn die deutschen Autobauer neuerdings ankündigen Rußfilter anbieten zu wollen, ist das eher verschleiernde Taktik als Sorge um die Gesundheit der Menschen. Ihre Ankündigung bezieht sich ausschließlich auf einzelne neu auf den Markt kommende Modelle. Zudem ist es allein der nackten Notwendigkeit geschuldet: Die neuen Modelle würden sonst nicht die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte einhalten, die ab 2005 europaweit gelten.

Außerdem will die Autoindustrie weder in alle Dieselmodelle Rußfilter einbauen noch ist sie bereit für die schon auf den Straßen fahrenden Dieselfahrzeuge Nachrüst-Filter anzubieten. Greenpeace fordert deshalb den Gesetzgeber auf, endlich aktiv zu werden.

Anstatt sich hier wieder als Autokanzler feiern zu lassen, mahnt Hubmann, sollte Bundeskanzler Schröder endlich seinen Einfluss geltend machen, um den Trab der Autokonzerne in Galopp zu verwandeln.

Greenpeace wird noch bis Sonntag vor der IAA in Frankfurt/Main gegen Dieselruß und Dieselkrebs protestieren.

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