Skip to main content
Jetzt spenden

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Antibakteriell ist der derzeit neueste Clou der Werbung. Frei nach dem Motto: Wenn überall Bakterien lauern und für üble Gerüche sorgen, muss ihnen der Kampf auf Leben und Tod angesagt werden. Dazu sollen wir antibakterielle Reiniger, Zahncremes und Kosmetika sowie vermehrt Anti-Mief-Textilien einsetzen. Ärzte halten diese sich ausbreitende Desinfektions-Manie in Haushalt, Körperpflege und Kleidung nicht nur für überflüssig, sondern sogar für schädlich.

Der Spitzenreiter unter den Bakterienkillern ist die Chemikalie Triclosan. Ein Test des Kölner eco-Umweltinstitutes für die neueste Ausgabe des Greenpeace-Magazins weist in vier von sechs untersuchten Textilien die antibakterielle Chemikalie nach.

Die Kleidungsstücke waren mit einem so genannten eingebauten Deodorant der Schweizer Firma Sanitized ausgestattet. Dadurch soll das Wachstum der Schweiß abbauenden und Geruch erzeugenden Bakterien gehemmt werden. Gefunden wurden Triclosan-Konzentrationen von bis zu einem halben Gramm pro Kilogramm Textil. Nach Ansicht von Experten eine erhebliche Menge.

Die Wirkung von Triclosan ist nicht selektiv. Deswegen wird durch die Anti-Mief-Kleidung die gesamte natürliche Mikroflora der Haut in Mitleidenschaft gezogen. Einer der Hauptproduzenten der Chemikalie, die Firma Ciba, gibt an, dass sie Haut und Augen reizt. Im Tierversuch wurden Schäden an Leber und Nieren beobachtet. Weitere schädliche Wirkungen sind durch die Dioxinverunreinigungen des chlorhaltigen Stoffes zu erwarten.

Die EU hat das Gefahrenpotenzial des Dauergifts aus der Gruppe der Chlorphenole längst erkannt und Triclosan als umweltgefährdend eingestuft. Dennoch kann es weitgehend unkontrolliert eingesetzt werden, da es praktisch keine Regulierung gibt. Lediglich für Kosmetika hat die EU-Kommission eine Höchstmenge von 0,3 Prozent vorgeschrieben.

Der Greenpeace-Chemieexperte Manfred Krautter erklärt: Triclosan ist überflüssig und belastet die Gesundheit. Schon aus Vorsorgegründen gehöre es verboten, so Krautter. Die EU müsse den Konsumenten solch problematische Substanzen durch das neue Chemikaliengesetz REACH vom Leibe halten.

Die Testergebnisse finden Sie im neuen Greenpeace-Magazin

Alles Wissenswerte über Triclosan haben wir für Sie in einem Factsheet zusammengetragen. (PDF, 61 KB)

Ende der Gallerie

Mehr zum Thema

Rike Bröhan (Recy-Kids) zeigt Upcycling bei der Make-Smthng-Week

Klimageschenk

  • 09.12.2021

Dieses Weihnachten klimagerecht schenken.

mehr erfahren
Factory Worker in Guangdong Province

Wie umweltfreundlich ist die Textilindustrie?

  • 23.11.2021

Während die Modeindustrie auf dem Weg zu giftfreier Produktion weit vorangekommen ist, verschärft sie mit ungebremster Massenproduktion die Klimakrise, so ein Greenpeace-Report.

mehr erfahren
Wissenschaftlerin untersucht Wasserprobe

Nicht sauber, sondern Rhein

  • 11.11.2021

Wer verschmutzt den Rhein mit Mikroplastik? Der zweite Teil einer Greenpeace-Studie nimmt sich erneut Deutschlands wichtigste Wasserstraße vor – und findet keine Verbesserung.

mehr erfahren
Greenpeace-Aktive in Stutgart beim Clean-up-Day

Markenzeichen Müll

  • 25.10.2021

Plastikproduzenten ignorieren ihre Verantwortung für die Umwelt. Eine Markenanalyse von Break Free From Plastic nennt die größten Verschmutzer jedes Jahr beim Namen.

mehr erfahren
Aufräumarbeiten am Strand im Senegal

Vom Regen in die Traufe

  • 22.10.2021

Ölunternehmen tauschen ein Übel gegen das andere: Sie produzieren zukünftig weniger Benzin, dafür mehr Plastik. Das verschärft das Müllproblem – und ist ebenso klimaschädlich.

mehr erfahren
No-PFC-Banner in Gegenlicht

Ein Gewinn für die Umwelt

  • 01.10.2021

Der Hersteller von Gore-Tex wird in seiner Outdoorbekleidung keine umweltschädlichen polyfluorierten Chemikalien mehr verwenden: ein Erfolg der Greenpeace-Detox-Kampagne.

mehr erfahren