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Der Minister wartet, die MV Ulla vergiftet das Meer! Mit diesem Spruch auf einem großen Banner informierten die acht Greenpeacer die Öffentlichkeit. Sie forderten Umweltminister Pepe auf, sofort Maßnahmen gegen eine mögliche Verseuchung des Meeres zu ergreifen.

Die Aktivistinnen und Aktivisten hatten sich vor dem Eingang zum Ministerium platziert. Sie zeigten Fotos vor, auf denen die Fässer mit dem Giftzeichen deutlich zu erkennen sind. Greenpeace-Taucher hatten die Aufnahmen rund eine Woche zuvor gemacht.

Banu Dokmecibasi, Chemieexperte bei Greenpeace, warf dem Minister vor, Augen und Ohren vor der Realität zu verschließen: Wenn er den Müll an Bord der 'MV Ulla' nicht umgehend bergen lässt, könnte es zu spät sein. Anstatt zwei Wochen lang das Problem öffentlich schönzureden, hätte er seine Energie darauf verwenden sollen, den Abfall aus dem Meer zu bekommen.

Die MV Ulla hat 2.200 Tonnen schwermetallhaltiger Asche geladen. Diese Menge reicht aus, um 300.000 Tonnen Wasser zu verseuchen. Seit dem 7. September ist der Hafen um den gesunkenen Frachter herum abgesperrt. Behördenvertreter führten Tests durch, um festzustellen, ob das Gift ins Wasser austritt. Zu mehr Aktivitäten konnten sich die zuständigen Behörden bislang nicht durchringen.

Die Krebs erregende Asche stammt aus spanischen Kraftwerken. Asland, ein Unternehmen aus Spanien, kaufte den Müll auf, um ihn an eine algerische Firma weiterzuverkaufen. In Algerien wurde die Entladung aber verweigert. Der türkische Eigentümer lenkte das Schiff daraufhin nach Iskenderun um.

Das ist jetzt vier Jahre her. Während Spanien und die Türkei darüber stritten, wer den Müll zu entsorgen und für die Kosten aufzukommen habe, rostete der alte Kahn im Hafen vor sich hin - bis er sank. Überraschend kam das nicht: Die MV Ulla war 35 Jahre alt. Greenpeace hatte schon 2000 gegen den verantwortungslosen Umgang mit dem Gift protestiert. (sit)

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