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Rund 100.000 Chemikalien sind im Bereich der EU in Gebrauch. Sie finden sich in der Luft, im Boden, im Wasser, in Flora und Fauna. Doch die Verseuchung macht nicht vor unserer Haustür halt. Sie findet sich in unserem Zuhause, in Büros, Kindergärten, Schulen - kurz: in unserem täglichen Leben. Mit bis zu 300 Menschen-gemachten Chemikalien ist der menschliche Organismus mittlerweile verseucht. Die Auswirkungen dieser riskanten Mixtur auf Umwelt und menschliche Gesundheit sind noch kaum untersucht.

Die Gefahr stammt nicht allein aus Auspuffrohren, Industrieschloten oder Pestiziden. Sie gelangt auch über Produkte des täglichen Lebens zu den Verbrauchern. Es geht dabei um genau die Substanzen, die unter Wissenschaftlern, Umweltschützern und Politikern derzeit für große Unruhe sorgen. Substanzen, die Fortpflanzung und Immunsystem beeinträchtigen, im Körper wie Geschlechtshormone wirken und Krebs erregen können.

Greenpeace hat zwischen Anfang Oktober und Anfang November 2002 hundert Haushalts-Staubproben aus Großbritannien und - zum Vergleich - einige aus Frankreich, Spanien, Dänemark, Schweden und Finnland untersucht. Die Ergebnisse waren alarmierend. Weichmacher in Plastikgegenständen wie Spielzeug und PVC-Bodenbelägen, Flammschutzmittel in Textilien, Zinn-organische Verbindungen gegen Schimmelpilz in Tapeten, Alkylphenole in Shampoos. Alle diese Chemikalien hatten ihre Spuren im untersuchten Hausstaub hinterlassen. Wir benutzen die Produkte nicht nur, wir atmen deren schädlichen Bestandteile auch zusätzlich mit dem Staub in der Luft ein.

Im Entwurf zum neuen EU-Chemikaliengesetz ist vorgesehen, die gefährlichsten Chemikalien mit einer Zulassungspflicht zu belegen. Sie ganz und gar zu verbannen, sobald eine sicherere Alternative zur Verfügung steht, ist allerdings nicht geplant. Genau das aber wäre nach Ansicht von Greenpeace nötig.

Was gefährlich ist und ersetzt werden kann, muss verboten werden. Gefährliche Chemikalien, die derzeit nicht durch eine unschädliche Substanz ersetzt werden können, die aber in unserem täglichen Leben eine sinnvolle Funktion erfüllen, sollten nur so lange zugelassen werden, bis eine unschädliche Alternative entwickelt worden ist.

Mit einer strengen, umwelt- und menschenfreundlichen Chemikalien-Gesetzgebung könnte die EU weltweit ein Zeichen setzen für den verantwortungsbewussten Umgang mit Risiken, deren Tragweite noch nicht einmal abzusehen ist.

Die vollständige Studie in englischer Sprache finden Sie unter Consuming Chemicals. Hazardous chemicals in house dust as an indicator of chemical exposure in the home.

Beteiligen Sie sich auch an unserer Online-Aktion - schreiben Sie an den Präsidenten der Europäischen Union, Romano Prodi, und fordern Sie ihn auf, den Ersatz von gefährlichen Stoffen durch harmlosere Alternativen verbindlich festzuschreiben. Es geht um Ihren Körper und um Ihre Stimme! (sit)

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