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Aktionsteilnehmer vorm Brandenburger Tor
Fred Dott / Greenpeace

Mitmachaktion zum Thema Plastikmüll in Berlin

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Eigentlich sollte die Einweg-Plastiktüte kein Erfolgsmodell sein. Sie ist umweltschädlich, absolut verzichtbar, zudem ist sie in vielen Geschäften nicht mehr kostenlos: Der Einzelhandelsverband konnte sich Ende April nach langem Lavieren lediglich zu einer halbgaren Selbstverpflichtung durchringen. An der beteiligen sich allerdings nicht alle Läden, und sie berücksichtigt nicht alle Plastik-Tragetaschen: Dünnwandige Plastikbeutel, etwa für Obst und Gemüse, werden ignoriert.

Deshalb sind Kunststoffbeutel längst nicht aus dem Alltag verschwunden. Rund sechs Milliarden Tüten verbrauchen die Deutschen im Jahr: Eine gigantische Menge Plastikmüll, die zu einem großen Teil weder wiederverwertet noch verbrannt wird. Was nicht deponiert wird, landet meist über Flüsse im Meer.

Meeresschutz, selbstgemacht

Dagegen lässt sich doch was machen, und das zeigten Umweltschützer heute in Berlin. Weil die Politik sich um klare Ansagen drückt, gingen sie selbst unter dem Motto „Welle machen für Meere ohne Plastikmüll“ mit gutem Beispiel voran: Vorm Brandenburger Tor knüpften sie in einer großen Mitmachaktion ihre eigenen Mehrweg-Einkaufsnetze aus Bio-Hanf. Damit bleibt bei den nächsten Supermarktbesuchen der Griff unters Kassenband aus, individueller sind die Do-It-Yourself-Tragetaschen sowieso.

Schätzungsweise 150 Millionen Tonnen Plastik schwimmen bereits in den Ozeanen, teils in riesigen Müllstrudeln. Und jährlich kommen rund 13 Millionen Tonnen dazu. Plastiktüten sind darin ein gewaltiger, aber vermeidbarer Posten. Trotzdem hat Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) mit dem Einzelhandel vereinbart, ihre Verwendung lediglich zu reduzieren. „Die Ministerin ist vor dem Handel eingeknickt“, beurteilt Lisa Maria Otte, Umweltwissenschaftlerin und Greenpeace-Expertin für Meere, den Deal. „Alleine mit einer Selbstverpflichtung wird das Problem sich nicht lösen lassen.“ 

Darum braucht es erst einmal Eigeninitiative, bis die Bundesregierung zu einer gesetzlichen Regelung durchringt. „Hunderte Menschen zeigen heute in Berlin, dass sie von der Politik mehr für den Schutz der Meere erwarten“, so Otte. „Ein Verbot von Plastiktüten jeglicher Art muss ein erster Schritt sein.“ Danach müssen Konzepte her, wie man Plastikmüll grundsätzlich reduziert. Im kleinen Maßstab haben die Aktionsteilnehmer in Berlin bereits damit angefangen.

  • Plastiktüten

    Umweltschädlich und überflüssig

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