Skip to main content
Jetzt spenden
Ein einzelner Nussbaum in einem Sojafeld im Amazonas Regenwald, Dezember 2007
Rodrigo Baleia / Greenpeace

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Im Jahr 2006 haben die größten brasilianischen Soja-Händler zum ersten Mal einem zweijährigen Stopp des Handels zugestimmt. Davor hatte Greenpace mit einer Kampagne auf die Bedrohung durch die Regenwaldrodung aufmerksam gemacht.

Der brasilianische Amazonas-Urwald speichert - wie alle tropischen Regenwälder - Kohlendioxid aus der Luft und gibt Sauerstoff ab. So ist er ein Teil unserer globalen grünen Lunge und ein wichtiger Faktor für das Klimasystem. Der Amazonas-Regenwald speichert geschätzte 80 bis 120 Milliarden Tonnen Kohlenstoff. Würde er komplett vernichtet, entstünde eine Menge an Kohlendioxid, die etwa dem 400-fachen der jährlichen CO2-Emissionen Deutschlands entspräche.

Als Verbraucher sind wir direkt mit dem Soja-Anbau in Brasilien verbunden. So wird ein Großteil der im Amazonas-Gebieten angebauten Bohnen als Ausgangsstoff für Agro-Diesel oder Tierfutter nach Europa exportiert. Große Firmen wie McDonalds, Ritter Sport, Carrefour und Marks & Spencer haben nach Veröffentlichung des Greenpeace-Reports Eating up the Amazon im Jahr 2006 reagiert und die brasilianischen Lieferanten aufgefordert, sich nicht an der Zerstörung des Regenwaldes für den Soja-Anbau zu beteiligen.

Eben diese Soja-Abnehmer haben auch jetzt die Verlängerung des bestehenden Moratoriums unterstützt und zu diesem Erfolg mit beigetragen. Dennoch, gerettet ist der Amazonas deswegen noch lange nicht. Es ist nicht nur der Anbau von Tierfutter, der dem Regenwald zu schaffen macht. Darüber hinaus wird viel Urwald zur Zucht von Rindern gerodet. Brasilien ist der größte Rinder-Exporteur weltweit. Die Tiere werden für die Fleisch- und Leder-Industrie gezüchtet - 40 Prozent davon auf Weideflächen, die einmal Regenwald waren.

So ist die Verlängerung des Sojamoratoriums zwar ein Erfolg, aber es gibt noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten, findet Oliver Salge, Leiter der Waldkampagne von Greenpeace. Die erneute Verlängerung des Soja-Moratoriums ist immens wichtig für den Erhalt des Regenwaldes am Amazonas, da das Moratorium nach nunmehr drei Jahren jetzt wirklich zu greifen beginnt. Die Initiative der Soja-Händler sollte ein Beispiel für andere Unternehmen sein, wie etwa die Fleisch- und Lederindustrie, die noch immer tief in Urwaldzerstörung verstrickt ist. Der Amazonas-Regenwald ist für alle Menschen alleine wegen seiner Relevanz für das weltweite Klima zu kostbar um ihn zu zerstören.

Über das Moratorium hinaus fordert Greenpeace nun klare gesetzliche Regelungen zum Schutz des brasilianischen Regenwaldes vor der Ausweitung der landwirtschaftlichen Produktion. Ziel ist es ab 2015 eine Politik der Null-Entwaldung zu erreichen, bei der Wald ökologisch nachhaltig genutzt wird und große Urwaldflächen geschützt werden. Durch die Abholzung und Brandrodung des Regenwaldes für die Rinderhaltung und anschließende Sojaproduktion ist Brasilien bereits der weltweit viertgrößte Erzeuger von klimaschädlichen Treibhausgasen.

Factsheet: Leder und Urwaldzerstörung

Factsheet: Leder und Urwaldzerstörung

3 | DIN A4

413.09 KB

Herunterladen

Mehr zum Thema

Indigene und Greenpeace-Aktive im Boot auf dem Manicoré River

Greenpeace und Moritz Jahn auf Amazonas-Expedition

  • 15.07.2022

Greenpeace war gemeinsam mit Forschenden und Influencer Moritz Jahn auf Expedition im Amazonas-Regenwald. Ziel war, die Region zu erforschen und den Indigenen beim Schutz ihres Zuhauses zu helfen.

mehr erfahren
Ein Hubschrauber der Bundespolizei fliegt mit einem Löschwasser-Außenlastbehälter, um einen Waldbrand im Nationalpark Sächsische Schweiz zu löschen.

2022 – Das Jahr der Waldbrände

  • 07.07.2022

Was verbindet den US-amerikanischen Yosemite-Nationalpark, die griechische Insel Lesbos und die Sächsische Schweiz? Sie fackeln ab. Eine traurige Weltreise in die brennenden Wälder der Erde.

mehr erfahren
Dom Phillips and Bruno Pereira

Aktivisten im Amazonasgebiet tot aufgefunden

  • 16.06.2022

Unsere schlimmsten Befürchtungen haben sich bewahrheitet: Die im brasilianischen Amazonasgebiet verschwundenen Aktivisten sind tot. Greenpeace fordert eine transparente Aufklärung.

mehr erfahren
Waldbrand im Amazonas

EU-Mercosur-Abkommen

  • 02.06.2022

Der Amazonas-Regenwald ist ein Schlüsselelement für Biodiversität und Klimaschutz. Doch das geplante EU-Mercosur-Freihandelsabkommen gefährdet ihn weiter - während die Autoindustrie profitiert.

mehr erfahren
PT Megakarya Jaya Raya (PT MJR) Oil Palm Concession in Papua

Klima und Arten brauchen ein EU-Gesetz für weltweiten Waldschutz

  • 17.03.2022

Ein starkes EU-Gesetz für weltweiten Waldschutz ist dringend nötig, um gegen die Wald- und Naturzerstörung sowie die Verletzung von Menschenrechten anzukämpfen.

mehr erfahren
Illegal Mining in Yanomami Indigenous Land in Brazil

Drei Jahre Bolsonaro: Drei Jahre Umweltzerstörung in Brasilien

  • 17.01.2022

Im Januar 2022 feiert Jair Bolsonaro dreijähriges Amtsjubiläum als Präsident von Brasilien. Doch für das Klima und die Biodiversität Brasiliens gibt es wenig Grund zu feiern.

mehr erfahren