Skip to main content
Jetzt spenden
Ein Greenpeace-Aktiver betrachtet illegal abgeholzte Baumstämme
© Ulet Ifansasti / Greenpeace

Urwaldholz: geraubt und verscherbelt

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Greenpeace hat am Dienstag Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet. Es geht um Diebstahl, Hehlerei und Geldwäsche im Zusammenhang mit Holz aus Urwaldzerstörung. Bei einer Aktion im Bremer Hafen in den frühen Morgenstunden hatten die Greenpeacer 1.500 Kubikmeter indonesisches Sperrholz aus dubiosen Quellen gefunden.

Rund 30 Greenpeacerinnen und Greenpeacer hatten sich im Hafen an die Arbeit gemacht. Einige erklommen einen Verladekran und entrollten eine Leinwand, auf die Bilder von der Zerstörung der letzten Urwälder projiziert wurden. Sechs am Kran befestigte Orang-Utan-Puppen machten auf das Aussterben der Affen durch die Urwaldabholzung aufmerksam.

Andere Aktivisten räumten mit Gabelstaplern Sperrholzbretter aus der Lagerhalle und türmten sie auf dem Kai auf. Unter den Lieferanten des Sperrholzes befinden sich Firmen wie Barito Pacific und Korindo. Beide sind dafür bekannt, in illegale Abholzungen großen Stils verwickelt zu sein.

Greenpeace-Waldexpertin Sandra Pfotenhauer forderte Polizei und Zoll auf, die notwendigen Beweise sofort zu sichern und Maßnahmen gegen den Import von Holz aus illegalen Quellen und Urwaldzerstörung zu ergreifen.

Es ist gut möglich, dass in Bremen sogar alle notwendigen Papiere vorhanden sind, die das Holz als legal ausweisen, sagte Pfotenhauer. Diese Papiere sind in Indonesien quasi an jeder Straßenecke zu bekommen.

Die Greenpeacer fanden in den Lagerhallen auch größere Mengen an Raminholz. Ramin ist seit August 2001 im Anhang III des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES) gelistet. Das bedeutet, dass der Handel mit Raminholz einer besonderen Genehmigung bedarf. Aus Indonesien darf zudem ausschließlich Ramin mit dem Umweltsiegel des Forest Stewardship Council (FSC) exportiert werden.

In Indonesien werden die Urwälder zu rund 90 Prozent illegal abgeholzt. Korruption ist an der Tagesordnung. Der Arm der indonesischen Holzmafia reicht bis in die Politik hinein. Ein Teil des geraubten Holzes gelangt nach Deutschland. Bremen ist der größte deutsche Umschlagplatz für Sperrholz aus Indonesien.

 

Mehr zum Thema

Greenpeace Aktive stehen an Bord eines Frachters. Sie haben ein Banner mit der Aufschrift "European Ministers, protect out forests!" an der höchsten Stelle des Schiffs befestigt.

Nordische Wälder enden als Verpackungsmüll

  • 04.11.2022

Holz aus nordischen Wäldern landet als kurzlebige Einwegverpackung in den Supermarktregalen der EU. Aktivist:innen protestieren gegen das Verladen von Papierrollen im Hafen von Lübeck.

mehr erfahren
Grüne Bäume

Meilenstein für die Wälder: EU-Gesetz für weltweiten Waldschutz nimmt große Hürde im EU-Parlament

  • 22.09.2022

Von Borkenkäfern bis Bränden – in den letzten Jahren gab es wenig Positives über Wälder zu berichten. Doch jetzt hat das EU-Parlament den Waldschutz vorangebracht.

mehr erfahren
Indigene und Greenpeace-Aktive im Boot auf dem Manicoré River

Greenpeace und Moritz Jahn auf Amazonas-Expedition

  • 15.07.2022

Greenpeace war gemeinsam mit Forschenden und Influencer Moritz Jahn auf Expedition im Amazonas-Regenwald. Ziel war, die Region zu erforschen und den Indigenen beim Schutz ihres Zuhauses zu helfen.

mehr erfahren
Ein Hubschrauber der Bundespolizei fliegt mit einem Löschwasser-Außenlastbehälter, um einen Waldbrand im Nationalpark Sächsische Schweiz zu löschen.

2022 – Das Jahr der Waldbrände

  • 07.07.2022

Was verbindet den US-amerikanischen Yosemite-Nationalpark, die griechische Insel Lesbos und die Sächsische Schweiz? Sie fackeln ab. Eine traurige Weltreise in die brennenden Wälder der Erde.

mehr erfahren
Dom Phillips and Bruno Pereira

Aktivisten im Amazonasgebiet tot aufgefunden

  • 16.06.2022

Unsere schlimmsten Befürchtungen haben sich bewahrheitet: Die im brasilianischen Amazonasgebiet verschwundenen Aktivisten sind tot. Greenpeace fordert eine transparente Aufklärung.

mehr erfahren
Waldbrand im Amazonas

EU-Mercosur-Abkommen

  • 02.06.2022

Der Amazonas-Regenwald ist ein Schlüsselelement für Biodiversität und Klimaschutz. Doch das geplante EU-Mercosur-Freihandelsabkommen gefährdet ihn weiter - während die Autoindustrie profitiert.

mehr erfahren