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In der nordfinnischen Region Lappland, dem Lebensraum der finnischen Sami, wurde Anfang August begonnen, in einem 400 Hektar großem Urwaldgebiet einzuschlagen. Dieser Urwald in der Nähe von Inari ist von entscheidender Bedeutung für die Sami, deren Rentiere den Urwald als wichtigen Futterplatz im Winter benötigen.

Außerdem ist der Urwald voller bedrohter und gefährdeter Arten. Greenpeace ließ den Wald vor Beginn des Einschlags untersuchen und es stellte sich heraus, dass im jetzt zerstörten Urwald zahlreiche Rote-Liste-Arten zu finden sind - oder waren. Mit dem Einschlag im Urwald von Inari werden diese Arten, die teilweise vom finnischen Gesetz geschützt sind, unwiederbringlich vernichtet.

Greenpeace fordert das staatliche finnische Forstamt auf, sofort die Zerstörung dieser wichtigen Urwälder einzustellen. Der weltweit größte Papierhersteller, das schwedisch-finnische Unternehmen Stora Enso gab bekannt, dass es das Holz aus dem Urwald weiterhin zu Papier verarbeiten will. Das Unternehmen sieht dieses skandalöse Vorgehen im Einklang mit der Firmenphilosophie.

So ist damit zu rechnen, dass zukünftig für die Produktion deutscher Zeitschriften und Magazine, Kopierpapier oder Broschüren wieder Urwaldholz aus Finnland verwendet wird. Deutschland ist größter Abnehmer finnischen Papiers.

Im März diesen Jahres hatte Greenpeace eine Urwaldschutzstation in den Urwäldern Lapplands errichtet, um gegen die Urwaldzerstörung im Norden Europas zu protestieren. Zusammen mit den Sami wurden die Urwälder mit Hinweisschildern markiert.

Das Greenpeace-Protestcamp blieb nicht ohne Folgen: Das Forstamt setzte den Einschlag für Verhandlungen vorübergehend aus. Mitte Juni scheiterten die Gespräche zwischen dem finnischen Staat und der Sami-Bevölkerung über den zukünftigen Schutz der Urwälder jedoch. Das Forstamt brach die Verhandlungen ab und kündigte an, wieder Bäume in den Wäldern Lapplands zu fällen. Diese Ankündigung haben sie jetzt wahr gemacht.

Die Sami sprechen sich nach wie vor gegen die Einschläge in den Urwäldern aus. Sie forderten den finnischen Staat bereits Ende Juli auf, den Einschlag einzustellen und über die Zukunft der Wälder weiter zu verhandeln. Bisher erhielten sie keine Antwort vom finnischen Staat.

Führende finnische Wissenschaftler, wie Prof. I. Hanski von der Universität Helsinki, sprechen sich für den Schutz aller noch erhaltenen Urwälder Finlands aus. Er ist davon überzeugt, dass nur so die bedrohten Arten eine Chance haben zu überleben. Bisher sind über 500 Arten in Finnland vom Aussterben bedroht. Dies scheint man in Helsinki noch nicht begriffen zu haben, schaut man sich die derzeitigen Einschläge in den intakten Urwäldern Lapplands an.

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