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Das im neu eröffneten Museum verwendete Jabota-Holz wurde von Firmen gekauft, die dafür bekannt sind, an der illegalen Abholzung des Regenwaldes in Amazonien beteiligt zu sein. Illegaler Einschlag ist in Amazonien außer Kontrolle geraten, sagt Belinda Fletcher, Waldexpertin bei Greenpeace. Es ist eine Schande, dass die spanische Regierung öffentliche Gelder in den Handel mit gestohlenem Urwaldholz steckt.

Das Reina Sofia Museum ist eines der bekanntesten Museen Spaniens. Für den Ausbau von Bibliothek, Ausstellungsräumen, Auditorium und Büros wurde Holz verwendet, das aus Pará in Brasilien stammt. Doch an Stelle des Gesetzes herrscht in Pará die Gewalt: Mord, Sklaverei, gewaltsame Auseinandersetzungen um Land und wertvolles Holz wie Mahagoni und Unterdrückung durch die Holzindustrie sind in der Region keine Seltenheit.

Es ist absurd, dass keine gestohlenen Kunstwerke in die EU importiert werden dürfen, aber mit gestohlenem Holz ein Museum errichtet werden kann, kritisiert Fletcher. Wenn die EU den illegalen Handel mit Urwaldholz nicht stoppt, verschwinden die Regenwälder und damit viele Lebensformen dieser Welt für immer.

Der Amazonas mit einer Fläche so groß wie die Vereinigten Staaten ist das größte tropische Urwaldgebiet der Welt. Rund die Hälfte aller auf dem Land lebenden Tier- und Pflanzenarten lebt dort. Bereits ein Drittel dieser Regenwaldgebiete in Amazonien ist durch rücksichtslose Erschließung und Abholzung zerstört. Schätzungsweise werden rund 60 bis 80 Prozent des Holzes aus Amazonien illegal eingeschlagen.

Deshalb fordert Greenpeace von den europäischen Regierungen, alle Importe illegalen Holzes zu ächten und sich weltweit für ein sozial verantwortliches Waldmanagement einzusetzen. Zusätzlich sollte kein Holz von Firmen oder Personen, die mit illegalem Holzeinschlag in Verbindung stehen, gekauft werden. Importeure von Holz aus Urwaldregionen sollten auf unabhängig zertifiziertes Holz nach den ökologischen und sozialen Kriterien des FSC (Forest Stewardship Council) umsteigen.

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