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Die Schatztruhen hatten es in sich: Kinder und Jugendliche aus der ganzen Welt hatten sie mit Bildern, Gedichten, Briefen und Kunstwerken gefüllt, die die Artenvielfalt der Erde symbolisieren. Die unmissverständliche Botschaft der Kids for Forests: Die Minister sollen die Urwälder und Meere, die letzten Schatzkammern der Erde, schützen.

Viele Länderdelegationen wollten sich das Ereignis nicht entgehen lassen, so dass es ziemlich eng vor dem Konferenzgebäude wurde. Ihr Kommen zugesagt hatten die Vertreter aus Papua-Neuginea, Brasilien, Kanada, Chile, Kamerun, Frankreich, Deutschland, Russland, Spanien, der Schweiz und den Niederlanden - um nur ein paar zu nennen.

Versprechen endlich einlösen!

Der deutsche Umweltminister Jürgen Trittin nahm eine Schatztruhe von Justus Rollin aus Schwerin in Empfang. Herr Trittin, Sie haben gesagt, sie wollen weltweit Schutzgebiete. Warum gibt Deutschland dann fast kein Geld dafür?, fragte der 17-Jährige den Minister bei der Gelegenheit.

Wir Deutschen haben unsere eigenen Urwälder alle abgeholzt, fuhr Justus fort, und auf dieser Konferenz stelle ich fest, dass Deutschland nicht genug Geld geben will für Schutzgebiete in den Ländern, die noch Urwälder haben. Das kann nicht sein. Unsere Kinder sollen auch noch was von den Urwäldern haben.

Es darf nicht wieder am Geld scheitern, denn es geht um unsere Zukunft, sagte Laura Holderied (15) aus Würzburg. Schutzgebiete sind der beste Weg, das Aussterben von Orang-Utans, Gorillas und Schweinswalen zu verhindern. Die Politiker haben versprochen, das Artensterben zu stoppen. Jetzt müssen Sie ihr Versprechen endlich einlösen. Laura hatte dem malaysischen Umweltminister und Vorsitzenden der UN-Artenschutzkonferenz, Dato' Seri Law Hieng Ding, eine Schatztruhe überreicht.

Eine Milliarde Euro aus Deutschland

Die Politiker waren so begeistert von der Aktion der Kids for Forests, dass sie die Kinder und Jugendlichen spontan zur Teilnahme am Mittagessen der Minister einluden. Die Gelegenheit nutzten einige der jungen Urwaldschützer, um den Politikern nochmals ins Gewissen zu reden.

Ziel der am Freitag zu Ende gehenden UN-Konferenz zur Konvention über Biologische Vielfalt (CBD) ist es, das Artensterben bis 2010 deutlich zu verringern. Immer deutlicher zeichnet sich ab, dass der Erfolg dieses UN-Gipfels von der Finanzierung von Schutzmaßnahmen für Urwälder und Meere abhängt. Zwar haben sich die Teilnehmerstaaten darauf einigen können, bis 2010 ein System von Schutzgebieten an Land und bis 2012 in den Meeren einzurichten. Deren Finanzierung ist jedoch ebenso ungeklärt wie verbindliche Entscheidungen zu ihrer Umsetzung.

Ozeane beherbergen die größte Artenvielfalt des Planeten. Die Urwälder sind Lebensraum von zwei Dritteln der landlebenden Pflanzen und Tiere. 80 Prozent der ursprünglichen Urwälder sind bereits zerstört. In den Meeren sind drei Viertel der Fischarten überfischt oder am Rande der Überfischung.

Weltweit sind nach Schätzungen von Wissenschaftlern zusätzlich 20 Milliarden Euro jährlich für Schutzgebiete erforderlich. Deutschland muss sich nach Ansicht von Greenpeace mit einer Milliarde pro Jahr beteiligen.

Lesen Sie unser Tagebuch für den Urwald- und Meeresschutz mit Beiträgen aus Kuala Lumpur, von der "Rainbow Warrior" und anderen Brennpunkten.

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