Skip to main content
Jetzt spenden
Papua-Neuguina: Kinder lehnen an einem Baumstamm

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Die Forstwirtschaft trage fast fünf Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei, 10.000 Menschen seien in der Holzindustrie beschäftigt, ihre Arbeitsplätze gefährdet, so Patrick Pruaitch. Die Einschläge seien keinesfalls illegal.

Gut drei Viertel aller Papua-Neuguineer leben auf dem Land, und das heißt: vom Urwald. Er ist ihre Existenzgrundlage, er ernährt sie. Und er gehört ihnen. Die Verfassung Papua-Neuguineas garantiert diese Landrechte: Der Wald gehört den Menschen, die in und von ihm leben. Vor diesem Hintergrund müssen die Aussagen Patrick Pruaitchs gesehen werden.

{image_r}Rund 60 Prozent der papua-neuguineischen Urwälder sind bereits zerstört. 70 Prozent des kümmerlichen Restes haben die Holzfirmen schon untereinander aufgeteilt. Jedes Jahr gehen durch ihren Einschlag etwa 250.000 Hektar Urwaldfläche verloren. Die Konzessionen dafür vergibt die Regierung. Von den Folgen sind nicht 10.000 Menschen existenziell betroffen, sondern Millionen.

Offensichtlich steckt die Regierung Papua-Neuguineas mit der Holzmafia unter einer Decke. Sie vergibt Einschlaglizensen für Flächen, die der Regierung gar nicht gehören, und verstößt damit gegen ihre eigenen Gesetze, so die Schlussfolgerung von Denise Völker, Urwaldexpertin bei Greenpeace. Vielleicht sollte Herr Pruaitch sich mit den Bürgern seines Landes unterhalten. Diese haben Greenpeace und andere Umweltorganisationen um Hilfe gebeten, weil sie sich von der Regierung im Stich gelassen fühlen.

{image}Greenpeace und andere in Papua-Neuguinea tätige Umweltschutzorganisationen fordern eine nachhaltige Forstwirtschaft, um die so genannten Paradieswälder zu retten. Dazu ist das Land nicht bereit und hat darum auch einen Kredit der Weltbank abgelehnt. Die nachhaltige Forstwirtschaft sei wirtschaftlich untragbar, sagt Pruaitch.

Das ist falsch, denn nachhaltig gewonnenes Holz könnte auf dem Markt höhere Preise erzielen. Diese Einnahmen kämen den Kommunen direkt zugute. Tatsächlich gehen dem Land durch den jetzt praktizierten Einschlag Einnahmen verloren, weil das illegale Holz am Staat vorbei aus dem Land geschmuggelt wird.

{image_r}Im benachbarten Indonesien hat die Regierung das begriffen. Forstminister Kaban sagte der Jakarta Post am 16. Mai 2006 in einem Interview, Indonesien werde seine Kontrollen ausbauen, um den illegalen Einschlag bis Ende 2006 zu stoppen. Würde Indonesien seinen Wald gut bewirtschaften, so würden durch die natürlichen Ressourcen Arbeitsplätze im Land geschaffen. So aber gingen durch die illegalen Aktivitäten jedes Jahr fünf Milliarden US-Dollar an Einnahmen verloren. Greenpeace-Expertin Denise Völker geht davon aus, dass der volkswirtschaftliche Schaden in Papua-Neuguinea vergleichbar groß sein dürfte.

  • Papua-Neuguinea: Holzfällercamp

    Papua-Neuguinea: Holzfällercamp

    Überspringe die Bildergalerie
  • Jagd mit Pfeil und Bogen

    Jagd mit Pfeil und Bogen

    Überspringe die Bildergalerie
  • Papua-Neuguinea: Indigene auf Bulldozer

    Papua-Neuguinea: Indigene auf Bulldozer

    Überspringe die Bildergalerie
  • Regenwald Milne Bay, Papua-Neuguinea

    Regenwald Milne Bay, Papua-Neuguinea

    Überspringe die Bildergalerie
  • Blick auf den Murraysee

    Blick auf den Murraysee

    Überspringe die Bildergalerie
Ende der Gallerie

Mehr zum Thema

Timelapse over Broadback Valley Forest in Canada

Wälder des Nordens

  • 18.11.2021

Die borealen Wälder in Kanada, Russland und Skandinavien beherbergen eine große Artenvielfalt und tragen zum Klimaschutz bei. Doch die verbliebene Waldwildnis ist bedroht.

mehr erfahren
Oil Palm Fruit

Raubbau für Palmöl

  • 18.11.2021

Palmöl findet sich in etwa jedem zweiten Produkt im Supermarkt. Doch unser Ressourcenhunger vernichtet die letzten Regenwälder Südostasiens.

mehr erfahren
Eine große Palmöl-Plantage mit jungen Ölpalmen

Kritische Palmöl-Zertifikate

  • 21.10.2021

Greenpeace nimmt Palmöl-Zertifikate unter die Lupe und findet Verstöße gegen die Auflagen: Trotz Verboten liegen viele Plantagen im geschützten National Forest Estate.

mehr erfahren

Kongobecken: Ins grüne Herz

  • 11.10.2021

Der Regenwald des Kongobeckens ist nach dem Amazonasgebiet der größte tropische Regenwald der Erde – und ein Ort, an dem die Deutsche Bank Greenwashing betreibt.

mehr erfahren
Ein Bach fließt durch einen Wald

Katastrophenschützer Wald

  • 06.10.2021

Wie können Wälder Katastrophen durch Extremwetter eindämmen? Das ist Thema auf dem heutigen Waldgipfel von Peter Wohlleben.

mehr erfahren
Durch den Waldboden ist eine Schneise geschlagen, an den Seiten liegen Steine und Äste

Wald gegen Flut

  • 04.10.2021

Anlässlich der heutigen zweiten “Zukunftskonferenz Ahrtal” mahnt Greenpeace, Schutzwälder in Mittelgebirgen auszuweisen.

mehr erfahren