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Ermöglicht hat das ein vor kurzem in Kraft getretener neuer Bewirtschaftungsplan aus dem polnischen Umweltministerium. Damit wurde ein Verbot aufgehoben, das mehr als 100 Jahre alte Bäume vor dem Fällen schützte. Inzwischen steht eine Anzahl von Baumriesen nicht mehr, die schätzungsweise im Jahre 1870 ausgekeimt hatten.

Befürworter des Kahlschlags führen ins Feld, dass die gefällten Bäume von Buchdrucker genannten Käfern befallen waren. Dieses auch unter dem Namen Großer Fichtenborkenkäfer bekannte Insekt frisst die Borke der Bäume, die daraufhin absterben. Dem halten Umweltschützer entgegen, dass es sich um einen völlig natürlichen Prozess handele, der wichtig für das Gleichgewicht im Wald sei. Die toten Bäume machten Platz für neues Leben. Außerdem befiehlen die Käfer ausschließlich Fichten in dem Mischwald.

Die Freunde des rund 15.000 Hektar großen Urwaldes und Nationalparks setzen ihre Hoffnungen auf den bevorstehenden Beitritt Polens zur EU. Sie hoffen, dass von Seiten der EU-Bürger mehr Druck für den von der UNO als Kulturerbe eingestuften Wald entsteht, als die Holzfirmen und ihre Lobbyisten auf die Regierung in Warschau ausüben.

Wie wenig wichtig dort der Erhalt des teilweise über 8.000 Jahre alten Waldes genommen wird, kommt in der gegenüber BBC-Online geäußerten Kritik des Parkdirektors Jerzy Popiel zum Ausdruck: Der Minister hat mich überhaupt nicht konsulitiert. Die Lobbyisten haben die Regierung bearbeitet und den neuen Plan durchgesetzt. Er bedeutet die größte Ausbeutung des Waldes seit 50 Jahren. Damit verliert Bialowieza seinen natürlichen Charakter, weil ihm nicht mehr erlaubt wird, sich auf natürliche Weise zu regenerieren.

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