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Urwald in Lappland, Gebiet Paadarskai, November 2005
Oliver Salge / Greenpeace

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Knapp 20 Prozent des Papiers und ein Drittel der Zellstoffexporte sind für den deutschen Markt bestimmt. Sie werden unter anderem zu Zeitschriften, Kopierpapier und Kartons verarbeitet. Die Aktivisten fordern einen unverzüglichen Einschlagstopp in finnischen Urwäldern.

Nach Protesten von Greenpeace und anderen Umweltschutzorganisationen wurden die Einschläge in den letzten acht ungeschützten Urwaldregionen in Lappland für zwei Jahre ausgesetzt. Im Januar 2009 verkündete das staatliche finnische Forstamt jedoch, dass es sich bei den Urwäldern nach eigener Prüfung um Wirtschaftswälder handele und ließ wieder abholzen.

Papierprodukte aus nordischen Urwäldern finden sich nun wieder in fast jedem deutschen Haushalt, sagt Oliver Salge, Waldexperte von Greenpeace. Wir fordern die deutschen Papierabnehmer auf, den Einkauf bei Stora Enso aussetzen, bis der Konzern wieder urwaldfreundlich produziert. Deutsche Verbraucher wollen sich an Artensterben und Klimawandel durch Urwaldzerstörung nicht beteiligen.

{image}Nach Recherchen von Greenpeace bezieht Stora Enso zum Beispiel Holz aus dem an der finnisch-russischen Grenze gelegenen Moukavaara-Urwald. Der 10.000 Hektar große Wald stellt eine natürliche Brücke zwischen zwei bereits geschützten Waldgebieten dar. Er ist wichtiger Bestandteil eines Netzwerkes von Schutzgebieten für den Erhalt der Artenvielfalt und dient dem Schutz des Klimas.

Der Waldgürtel auf der nördlichen Erdhalbkugel enthält mehr als die Hälfte des Treibhausgases CO2, das auf der Erde gebunden vorkommt. Die weltweite Zerstörung der letzten Urwälder ist schon jetzt für 20 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich - mehr als beispielsweise der weltweite Verkehr. Nur durch sofortiges Handeln aller Nationen können wir den Klimawandel verhindern. Finnland wie auch andere Urwaldländer müssen die Entwaldung endlich beenden, fordert Salge.

Auf den diesjährigen Klimaverhandlungen in Bonn (Juni) und in Kopenhagen (Dezember) werden die entscheidenden Weichen für den Urwaldschutz gestellt. Greenpeace fordert die Industrieländer auf, den Schutz der Urwälder mit jährlich 30 Milliarden Euro im Rahmen eines Urwaldfonds zu finanzieren.

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