Skip to main content
Jetzt spenden

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Eine neuartige Auswertung von Satellitenaufnahmen hat es einer internationalen Forschergruppe ermöglicht, neben komplett gerodeten, erstmals auch ausgedünnte Waldflächen zu erfassen und damit die Folgen des selektiven Holzeinschlages zu messen. Mit erschreckenden Ergebnissen: Die Fläche schwer geschädigter Waldflächen ist mindestens 60 Prozent größer als bisher geschätzt.

Die internationale Staatengemeinschaft muss endlich die Augen öffnen und erkennen, dass die letzten Urwälder der Erde in einem noch dramatischeren Ausmaß verschwinden als angenommen, sagt Martin Kaiser, Waldexperte bei Greenpeace.

Beim selektiven Einschlag geht es den Rodungsunternehmen um einzelne, wirtschaftlich interessante Bäume, wie beispielsweise den Mahagonibaum. Dabei werden oft weitere Bäume gefällt oder zerstört. Die Wissenschaftler weisen darauf hin, dass zu viele und zu kleine Bäume vernichtet werden.

Außerdem gingen durch die Rodung bis zu 30 Prozent des Blätterdachs des Regenwaldes verloren. Durch die verstärkte Sonneneinstrahlung werde der Wald wärmer, trockener und somit wesentlich anfälliger für Waldbrände. Daüber hinaus werde die einzigartige Pflanzen- und Tierwelt durch das rücksichtslose Vorgehen der Holzfäller in Mitleidenschaft gezogen, so die in der Fachzeitschrift Science veröffentlichte Studie.

Erst im Mai hatte das brasilianische Umweltministerium bekannt gegeben, dass von August 2003 bis August 2004 mindestens 26.000 Quadratmeter Regenwald vernichtet wurden - ohne Berücksichtigung der von selektiver Rodung betroffenen Gebiete. Jede Minute (!) verliert Brasilien eine Fläche von sieben Fußballfeldern Regenwald.

Angesichts dieser erschreckenden Zahlen fordert Greenpeace einen verstärkten Schutz der bedrohten Ökosysteme: Die neue Bundesregierung muss die zukünftige Entwicklungszusammenarbeit viel stärker auf den Urwaldschutz ausrichten. Die bisherige und zukünftige Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul muss endlich umdenken, fordert Kaiser. (Autorin: Nadine Behrens)

Mehr zum Thema

Ein Hubschrauber der Bundespolizei fliegt mit einem Löschwasser-Außenlastbehälter, um einen Waldbrand im Nationalpark Sächsische Schweiz zu löschen.

2022 – Das Jahr der Waldbrände

  • 28.07.2022

Was verbindet den US-amerikanischen Yosemite-Nationalpark, die griechische Insel Lesbos und die Sächsische Schweiz? Sie fackeln ab. Eine traurige Weltreise in die brennenden Wälder der Erde.

mehr erfahren
Indigene und Greenpeace-Aktive im Boot auf dem Manicoré River

Greenpeace und Moritz Jahn auf Amazonas-Expedition

  • 15.07.2022

Greenpeace war gemeinsam mit Forschenden und Influencer Moritz Jahn auf Expedition im Amazonas-Regenwald. Ziel war, die Region zu erforschen und den Indigenen beim Schutz ihres Zuhauses zu helfen.

mehr erfahren
Dom Phillips and Bruno Pereira

Aktivisten im Amazonasgebiet tot aufgefunden

  • 16.06.2022

Unsere schlimmsten Befürchtungen haben sich bewahrheitet: Die im brasilianischen Amazonasgebiet verschwundenen Aktivisten sind tot. Greenpeace fordert eine transparente Aufklärung.

mehr erfahren
Waldbrand im Amazonas

EU-Mercosur-Abkommen

  • 02.06.2022

Der Amazonas-Regenwald ist ein Schlüsselelement für Biodiversität und Klimaschutz. Doch das geplante EU-Mercosur-Freihandelsabkommen gefährdet ihn weiter - während die Autoindustrie profitiert.

mehr erfahren
PT Megakarya Jaya Raya (PT MJR) Oil Palm Concession in Papua

Klima und Arten brauchen ein EU-Gesetz für weltweiten Waldschutz

  • 17.03.2022

Ein starkes EU-Gesetz für weltweiten Waldschutz ist dringend nötig, um gegen die Wald- und Naturzerstörung sowie die Verletzung von Menschenrechten anzukämpfen.

mehr erfahren
Oil Palm Fruit

Raubbau für Palmöl

  • 18.01.2022

Palmöl findet sich in etwa jedem zweiten Produkt im Supermarkt. Doch unser Ressourcenhunger vernichtet die letzten Regenwälder Südostasiens.

mehr erfahren