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Zur der Baum-Ausstellung und zur Lage des brasilianischen Urwaldes hat die Online-Redaktion ein Interview mit Andre Muggiati von Greenpeace-Brasilien geführt.

Antonia: Hallo Andre, schön das du da bist. Erzähl doch erstmal kurz etwas über dich: Seit wann bist du bei Greenpeace und was machst du dort genau?

Andre: Ich bin Journalist und arbeite jetzt seit vier Jahren für Greenpeace Brasilien. Angefangen habe ich im Kommunikationsbereich. Aber seit zwei Jahren arbeite ich in den Kampagnen. Bei meiner Arbeit geht es hauptsächlich um Schutzgebiete, Artenvielfalt und die Abholzung der Urwälder.

Antonia: Und warum bist du zurzeit in Deutschland?

Andre: Ich komme mit einem Baumstamm. Letztes Jahren haben wir einen Baumstamm aus dem Amazonasgebiet geholt. Dieser Stamm wurde in verschiedenen großen Städten in Brasilien ausgestellt. Das soll jetzt auch in Deutschland passieren. Wir machen das, um die Menschen auf die Abholzung und die Emission von Treibhausgasen aufmerksam zu machen.

Antonia: Bringt ihr den Stamm nur nach Deutschland, oder reist ihr damit um die Welt?

Andre: Das weiß ich im Moment noch nicht. Nach dem wir die Ausstellung in Brasilien beendet hatten, hatten wir die Idee ein Denkmal aus dem Baumstamm zu machen oder ihn einem Park zu überlassen. Aber dann hat Greenpeace Deutschland Interesse gezeit. Sie wollten den Stamm in Deutschland für die CBD, die Konferenz für Biologische Vielfalt. Naja, und jetzt ist er hier.

Antonia: Wie ist es denn deiner Meinung nach um den Urwald in Brasilien bestellt? Was sind die größten Probleme?

Andre: Ja, das größte Problem ist die Abholzung, der Verlust von Wald. Im Moment sind das ungefähr 10.000 Quadratkilometer pro Tag. Im Vergleich zu früher sind die Zahlen zwar zurück gegangen, aber jetzt steigen sie wieder. Das ist ein großes Problem. Viel Wald ist verloren gegangen. Bis heute sind schon 17 Prozent des Waldes im Amazonasgebiet verschwunden. Das ist ungefähr die doppelte Fläche von Deutschland.

Antonia: Bei uns in Deutschland beschäftigen sich viele Menschen mit der Erhaltung des Urwaldes. Im Moment vor allem in Zusammenhang mit dem Klimawandel und den CO2-Emissionen. Wie sieht das in Brasilien aus? Sind die Menschen für das Thema sensibilisiert?

Andre: Brasilien ist ein Land mit vielen Problemen. Armut, Analphabetismus und auch Umweltproblemen wie der Abholzung. Es wissen nicht so viele Leute über die Vorgänge im Amazonasgebiet bescheid. Die Ausstellung mit dem Baumstamm soll darauf aufmerksam machen. Brasilien ist ein großes Land. Die Leute im Süden, dem am weitesten entwickelten Teil des Landes, wissen nicht viel über die Abholzung.

Viele der brasilianischen Probleme hängen mit der ökonomischen Entwicklung und der sozialen Entwicklung zusammen. Darum denken einige Leute, Entwicklung sollte um jeden Preis erreicht werden. Wir wollen zeigen, dass man nicht jeden Preis zahlen darf. Wenn wir den Verlust des Waldes hinnehmen, gibt es keine Zukunft für niemanden!

Antonia: Im Mai findet die CBD in Bonn statt. Was erwartetst du von dieser Konferenz? Können dort Entscheidungen getroffen werden, die den brasilianischen Urwald helfen?

Andre: Ja, ich hoffe das sehr! Die letzte CBD fand vor zwei Jahren in Brasilien statt. Dort kam es zu keinen guten Ergebnissen. Ich hoffe die Staaten können ihre Entscheidungen überarbeiten, um den Schutz des Urwaldes wirklich voranzutreiben. Die entwickelten Länder haben die Pflicht, Geld auf den Tisch zu legen. Aber auch die Entwicklungsländer wie Brasilien müssen Verantwortung übernehmen. Sie müssen Pläne machen, umd die Abholzung zu stoppen.

Antonia: Und was können wir in unserem täglichen Leben für den Schutz der Urwaldgebiete tun?

Andre: Das ist eine schwierige Frage. Fangen wir beim Konsum von Tropenhölzern an: Jeder sollte darauf achten, urwaldfreundliche Produkte zu kaufen. Ich glaube das ist ein guter Weg. Aber wir sollten auch Druck auf unsere Regierungen machen, sich für den Urwaldschutz einzusetzen.

Bei der ganzen Diskussion dürfen wir aber vor allem eins nicht aus den Augen verlieren: Der Urwald ist mehr als ein CO2-Speicher. Bei seinem Schutz geht es auch darum, eine große Artenvielfalt zu erhalten und den Menschen, die vom Urwald leben, nicht ihre Lebensgrundlage zu nehmen!

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