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Die Holzexporte aus dem Kongobecken nehmen Jahr für Jahr zu. Die Länder, zu denen die afrikanischen Regenwälder gehören, sind zum Teil sehr arm. Die Verlockung, mit dem Export von Tropenholz Geld zu verdienen, ist daher groß. In Kamerun beispielweise machten die Einnahmen aus dem Holzhandel 2004 fast sechs Prozent des Bruttosozialprodukts aus.

Ein großes Problem ist die illegale Abholzung der Regenwälder durch internationale Holzunternehmen. Selbst ausgewiesene Schutzgebiete sind nicht vor ihnen sicher. Im vergangenen Jahr haben 49 von 90 Firmen, die in Kamerun zur Abholzung berechtigt sind, ihre erlaubte Quote überschritten. Es fehlt an Transparenz, und das Ausmaß an Korruption in den betroffenen Ländern ist groß, sagt Filip Verbelen von Greenpeace. Örtliche Forstverwaltungen erlauben privaten Firmen, illegal Wälder abzuholzen.

Ein Drittel des tropischen Holzes sowie die Hälfte der verarbeiteten Holzprodukte werden von Ländern der EU gekauft. Recherchen von Greenpeace haben unter anderem ergeben, dass Italien dreimal so viel Holz aus Kamerun importiert wie offiziell behauptet. Wenn die EU es mit dem Regenwaldschutz in Zentralafrika ernst meint, sagt Sébastien Risso von Greenpeace, darf sie Afrikas Regierungen im Kampf gegen illegale Abholzung nicht allein lassen.

Das Abholzen der Regenwälder hat auch Folgen für das globale Klima. Das Gipfeltreffen in Brazzaville bietet eine Gelegenheit, über den Zusammenhang zwischen Armut, Abholzung und Klimawandel zu diskutieren. Neben den Staatschefs der Staaten aus dem Kongobecken sind auch Vertreter der deutschen Regierung sowie der französische Präsident Jacques Chirac zugegen. Afrikanische Nichtregierungsorganisationen fordern ein Mitspracherecht in Brazzaville.

Dort soll auch über die Weiterentwicklung beziehungsweise Wiederbelebung der 1999 vereinbarten Kongobecken-Initiative beraten werden. 300 Millionen Dollar für den Regenwaldschutz waren damals von den USA, der Europäischen Union und privaten Geldgebern zugesagt worden. Doch aus Europa ist bislang kein Geld geflossen, aus den USA lediglich 20 Millionen Dollar. Die zentralafrikanischen Staaten drängen auf Schuldenerlassprogramme seitens der reichen Länder. Die Gelder sollen dann in den Naturschutz investiert werden. (us)

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