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Seerosen auf dem Murraysee im westlichen Papua-Neuguinea.Mai 2001
© Joe Sabbath / Greenpeace

Bericht 9: Rückfahrt mit Hindernissen

Der Anruf kam aus unserem Büro in Port Moresby, um halb fünf Uhr morgens, erzählt Curtis. Unser Flieger nach Port Moresby weigert sich, nach Kiunga zu fliegen, um uns dort abzuholen. Der Flug wurde abgesagt, weil der Flughafen in Kiunga keinen Treibstoff mehr zum Nachtanken hat. Wie kommen wir also weiter?

Yu aus Japan sollte eigentlich gestern schon nach Port Moresby fliegen, der Flieger entfiel aber komplett, Grund unbekannt. So waren wir also heute zu Viert: Yu, Lu-Bing aus China, Klaas aus Holland und ich, die unbedingt zum Flieger müssen, irgendwie.

Abgesehen von Funkgeräten (unseres ist gerade außer Betrieb) und Satellitentelefonen gibt es am Murraysee fast keine Verbindungen zur Außenwelt. Straßenbau ist im zerklüfteten Papua-Neuguinea so schwierig und teuer, dass man fast immer auf das Flugzeug oder das schrecklich langsame Schiff angewiesen ist.

Uns bleibt nun nichts anderes übrig, als mit dem Boot die weite Strecke nach Obo in den Süden zu fahren, der letzte Flughafen vor Kiunga. Die Fahrt dauert vier Stunden statt einer halben Stunde zum Flughafen nach Baboa, von wo es nach Kiunga geht. Ich hoffe, die Namen sind nicht zu verwirrend - wichtig ist, dass wir wegen der langen Strecke viel früher los mussten als geplant.

Nach drei Wochen am und auf dem See und fünf Jahren als Bootfahrer habe ich dann auf der letzten Strecke auf dem Fluss zum Flughafen Sep gefragt, ob ich mal fahren dürfe. Das war keine gute Idee. Mitten im krokodilverseuchten Strickland-River bringe ich doch glatt das Boot zum Kentern, 75 PS, ein gut acht Meter langes vollbeladenes Boot in Kurven - ich hätte es wissen müssen. Wie ist denn das passiert?

Mist, das Boot kippt zwar nicht um, aber ist zum Überlaufen voll mit Wasser... Sehr peinlich, ich will es jetzt nicht weiter aussschmücken, alle sind nass geworden, zwei sind kurz mal geschwommen, aber wir sind alle mit lesbaren Tickets am Flughafen Obo angekommen. Nur eine Papaya haben wir dauerhaft den Krokodilen hinterlassen.

Der Flughafen ist nicht mehr als eine kleine Kiste mit Funkgerät und Tisch darin und der Graslandebahn davor. Die Maschine, ein großes Flugzeug (21 Sitze, 2 Propeller), erscheint am bewölkten Himmel. Kurzerhand wird der kleine Markt aufgelöst und alle strömen zur Landebahn. Mal sehen, wer kommt.

Wir begrüßen zwei neue Greenpeace-Ehrenamtliche aus Indonesien und Thailand, schmeißen unser Gepäck in den Flieger und steigen selber ein.

Nach einer KURZEN Ansprache des Piloten - Ok, das sind die Karten mit den Sicherheitsanweisungen, wir haben sechs Notausgänge, in 20 Minuten sind wir in Suki - geht's los.

Drei Zwischenlandungen und einige heftige Regenschauer später nähern wir uns Port Moresby. Klaas und ich fiebern mit, schauen gespannt auf die Anzeigen im Cockpit - wir sitzen ja fast mit drin. Der erste Landeanflug misslingt, 70 Meter über dem Boden sehen wir die Landebahn 200 Meter links von uns liegen. Vor lauter Regen und Wolken konnten die Piloten die Asphalt!-Landebahn nicht rechtzeitig erkennen. Beim zweiten Versuch wird etwas improvisiert, wir kommen heile unten an.

Was für ein Tag! Er zeigt mal wieder, wie schwierig die Arbeit in der Western-Provinz von Papua-Neuguinea ist. Ein bisschen froh bin ich ja doch, wieder heile unten angekommen zu sein.

  • Luftaufnahme des Murraysees in Papua-Neuguinea. Juni 2001

    Luftaufnahme des Murraysees

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  • Flug über den Murraysee

    Flug über den Murraysee

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