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Der brasilianische Urwald ist Teil des Amazonas, des größten noch intakten tropischen Urwaldgebiets der Erde. Doch der Urwald und seine Bewohner sind in Gefahr: Holzkonzerne dringen immer weiter vor, um an wertvolles Holz zu kommen. Rund 80 Prozent des brasilianischen Holzes stammen dabei aus illegalem Einschlag! Eine Waldfläche so groß wie Frankreich ist bereits unwiederbringlich zerstört.

Die beiden Greenpeace-Mitarbeiterinnen werden im Verlaufe des Monats auch Menschen kennen lernen, die vom und mit dem Urwald leben - ohne ihn zu zerstören. Die Aktion findet unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt - denn die Holzfäller sind gewaltbereit. Im Bundesstaat Pará, dem Zentrum der Urwaldzerstörung, wo die Greenpeacer unterwegs sind, hat sich ein ganzes Netzwerk aus Vertretern der Holzindustrie, korrupten Politikern und Mafia-Bossen gebildet.

Dieses Netzwerk hat es auf eines abgesehen: So viel wertvolles Holz so billig wie möglich einschlagen und verkaufen. Dass dabei eines der artenreichsten Gebiete der Erde und einer der letzen sieben Urwälder der Welt zerstört wird, ist den Beteiligten egal.

Über ihre Arbeit, ihre Eindrücke und Erfahrungen führen Sandra Pfotenhauer und Katja Kreutzer ein Reisetagebuch für die Greenpeace-Internet-Seiten. Hier kommt ihr erster Tagebuch-Eintrag:

Ganz schön kaputt, der Urwald - erster Eindruck, noch aus dem Flugzeug. Von oben sehen wir Straßen im Grün der Bäume und drumrum lichten, zerstörten Wald. Die Holzräuber bauen illegale Straßen in den Urwald, um das wertvolle Holz fällen und abtransportieren zu können. Sind die Holzfäller wieder fort, folgen Bauern und siedeln sich an. Resultat: Rund um die Straßen ist der Amazonas kilometerweit zerstört.

Dave, Logistik-Koordinator der Greenpeace-Aktion, holt uns nach unserem 27-Stunden-Flug vom Flughafen ab - inklusive unseres gesamten Gepäcks, und das ist nicht wenig: Abgesehen von unserem persönlichen Hab und Gut, das aus einigen wenigen regenwaldtauglichen Klamotten (schnell trocknende Hosen und langärmelige Hemden), Stirnlampen, wasserfesten Streichhölzern, Moskitonetzen und Hängematten besteht, haben wir einen ganzen Batzen Technik dabei.

Ein Videophone für TV-Live-Übertragungen (in zwei schweren Riesenkoffern verpackt!), ein Satellitentelefon, eine Videokamera, ein Stativ, zwei Fotoapparate, einen Kompass, zwei GPS-Systeme für die Orientierung im Urwald und etliche Kabel und Batterien. Wir sind erleichtert, als wir alles gut durch den brasilianischen Zoll gebracht haben.

Sonntagabend, 20 Uhr: das erste Treffen auf dem Greenpeace-Schiff MV Arctic Sunrise. Wir treffen Greenpeacer aus aller Welt. Nur kurze Wiedersehensfreude - denn es ist Hektik angesagt. Morgen um zehn Uhr findet im phantasievoll gestalteten Rumpf der Arctic Sunrise eine Pressekonferenz statt. Der Pará-Report soll vorgestellt werden: ein aktueller Bericht über die Machenschaften der Holzindustrie. Letzte Änderungen ziehen sich hin. Die meisten von uns finden in dieser Nacht keinen Schlaf.

Die Veröffentlichung des Reports wird der Holzindustrie nicht gefallen. Die Arctic Sunrise liegt deshalb streng bewacht im Hafen von Belém. In die Hotelzimmer unserer brasilianischen Kollegen kommen wir nur mit Passwort.

Montag: Pressekonferenz - unsere Arbeit geht erst später los, deshalb sind wir zunächst nur stille Beobachter. Die Konferenz ist gut besucht. Es kommen Vertreter der IBAMA, der brasilianischen Umweltbehörde, und sogar Delegierte der Rechten Regierung des Bundesstaats Pará. Der erfolgreiche Verlauf der Pressekonferenz gibt uns Mut, dass auch die ganze Aktion ein Erfolg wird. Es muss uns gelingen, die nötigen Beweise zu sammeln, mit denen die brasilianische Regierung illegal eingeschlagenes Holz beschlagnahmen und die Urwaldzerstörer zur Rechenschaft ziehen kann.

Falls Sie wissen möchten, wo genau der brasilianische Bundesstaat Pará liegt, hilft unsere Übersichtskarte.

Weitere Informationen zu dem Para-Report.

Der Report "State of Conflict" ist zurzeit leider nur in Englisch verfügbar. (PDF, 53 S.)

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