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Wegen der unverhohlenen Pro-Kahlschlag- und Anti-Umweltschutzpolitik der Regierung unter Präsident George W. Bush gilt der Wald als gefährdet. Um den Tongass zu schützen, ist am Dienstag das größte Greenpeace-Schiff, die Esperanza (Hoffnung), in San Francisco in See gestochen. Sie wird am 6. August in Ketchikan erwartet.

Greenpeace hat diese Schiffstour Endangered Forests, Endangered Freedoms (gefährdete Wälder, gefährdete Freiheit) genannt. Sie ist Teil einer Kampagne, mit der die fortwährenden Versuche der Bush-Regierung gestoppt werden sollen, Umweltgesetze zum Schutz öffentlicher Landflächen zu unterlaufen und die Rechte der Öffentlichkeit bei Entscheidungen über diese Gebiete auszuhebeln.

Bei dieser Auseinandersetzung geht es nicht allein um Bäume, sagte John Passacantando, Direktor von Greenpeace USA. Vielmehr muss klar sein, dass es in den USA einzigartige Naturschätze gibt, die allen Menschen gehören. Tongass ist dafür ein Beispiel.

Von vielen wird der Tongass National Forest (TNF) als Kronjuwel unter den Waldgebieten im National-Forest-System der USA angesehen. Mehr als 1.000 Nebel-verhangene Inseln, enge Buchten und von Gletscher geformte Fjorde bilden vor Gebirgsausläufern der Coastal Mountains ein beeindruckendes Panorama. Außerdem ist der Tongass die Heimat von vielen Tieren: Grizzly-Bären, Wölfen, Schwarzwedelhirschen und Vielfraßen sowie großartigen Vögeln, wie dem Weißkopfseeadler und dem nördlichen Hühnerhabicht.

Das Tongassgebiet bietet auch dem Leben im Meer ein Zuhause. In seinen Gewässern tummelt sich alles: vom Wildlachs bis zum Wal. Das Inselsystem und die geologischen Formationen haben einige Arten seit ewigen Zeiten isoliert, so dass sich eine riesige Vielfalt an Arten entwickelte. Der Tongass ist als gemäßigter Regenwald ein Ökosystem, das im Vergleich zum tropische Regenwald noch seltener und bedrohter ist.

Während der nun begonnenen Schiffstour wird Greenpeace untersuchen, wie weit die Zerstörung im Tongass fortgeschritten ist, seitdem die Bush-Regierung den Wald von einer Liste zu schützender Wälder gestrichen hat. Es soll dokumentiert werden, welche Schäden bislang durch Kahlschlag angerichtet wurden, aber auch wie die Gebiete aussehen, die demnächst abgeholzt werden sollen. Gleichzeitig werden die letzten und ältesten Urwaldriesen gesucht.

Die Greenpeace-Aktivisten werden mit Experten vor Ort zusammenarbeiten, damit die einzigartigen Karsthöhlenformationen im Tongass erfasst werden können. Diesen besonders fruchtbaren Kalksteingebieten droht die Zerstörung durch den industriellen Kahlschlag. Zusätzlich sind die Menschen eingeladen, die Esperanza kennen zu lernen und sich an Bord über die Waldprobleme an der Südostküste Alaskas zu informieren. (mir)

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