Skip to main content
Jetzt spenden
Beech Forests in the Spessart Mountains
© Michael Kunkel / Greenpeace

Waldschutz: Offener Brief an Stoiber

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

In einem offenen Brief an Edmund Stoiber hat Greenpeace davor gewarnt, mit der geplanten Privatisierung der Bayerischen Staatsforstverwaltung die Wälder in reine Holzplantagen umzuwandeln.

Greenpeace fordert stattdessen, eine Bürgerwald-Stiftung: Diese kann den Schutz von Tieren und Pflanzen sowie den Erhalt des Waldes als Erholungsort als langfristige Ziele festlegen. Darüber hinaus sollte der Wald ökologisch so bewirtschaftet werden, dass er das anerkannte Öko-Siegel des Forest Stewardship Council (FSC) erhält.

Die Wälder würden hässlicher", sagt Martin Kaiser, Waldexperte von Greenpeace. Eintönige Holzplantagen bedeuten das Aus für viele Pflanzen und Tiere. Den Menschen kann ein Stangenwald nicht mehr bieten, was sie für Freizeit und Entspannung suchen. Der Wald ist viel zu wichtig, um nur den Wert des Holzes im Blick zu haben. In anderen Ländern Mittel- und Nordeuropas, aber auch im Bundesland Hessen wurde der öffentliche Wald bereits privatisiert und nach rein wirtschaftlichen Kriterien ausgerichtet. Die Folgen: Seltene Tiere und Pflanzen sind vom Aussterben bedroht, der Wald wurde anfälliger für Krankheiten und die Erholungsfunktion nahm deutlich ab.

Auf der am Montag in Wildbad Kreuth beginnenden Klausurtagung will die CSU-Landtagsfraktion eine Richtungsentscheidung zur Privatisierung der 7800 Quadratkilometer bayerischen Staatswaldes treffen. Das entspricht einem Drittel der gesamten Waldfläche Bayerns. Die endgültige Entscheidung wird der bayerische Landtag in diesem Jahr treffen. Die Umwandlung des Waldes zur reinen Produktionsstätte von Holz ist nur im Privatwald möglich. Im öffentlichen Wald müssen in Deutschland ökologische und soziale Funktionen wie Naturschutz und Erholung im Vordergrund stehen. (mir)

Mehr zum Thema

verbranntes Holz

Heizen mit Holz: Eine schlechte Alternative zu Gas, Öl und Kohle

  • 30.08.2022

Hitze, Dürre, Borkenkäfer und Brände – die letzten Sommer haben unseren Wäldern stark zugesetzt. Und hinter den Kulissen wächst eine weitere Bedrohung rasant: Holzverbrennung zur Energiegewinnung.

mehr erfahren
Greenpeace-Aktive demonstrieren vor einem Kraftwerk, das ganze Bäume verheizt.

Ein Scheiterhaufen der Energiekrise

  • 25.08.2022

In Schutzgebieten liegen zahlreiche Haufen gefällter Bäume. Greenpeace-Aktive wollten wissen: Was passiert mit diesen Stämmen? Eine Tracking-Recherche

mehr erfahren
Aerials of Forest Fire in Brandenburg, Germany

Klimawandel und Wald in Deutschland

  • 30.06.2022

Klimawandel und Wald hängen zusammen: Dürre und Brände nehmen weltweit und auch in Deutschland zu. Zugleich heizt die Waldzerstörung die Klimakrise an, denn Wälder speichern CO2 und kühlen das Klima.

mehr erfahren
Alte Buche im Kellerwald

Interview: Wälder brauchen Schutz statt Sägen

  • 22.06.2022

Unseren Wäldern geht es schlecht. Selbst in Schutzgebieten werden massiv Bäume gefällt. Sie brauchen besseren Schutz – auch aus rechtlicher Sicht. Zwei Wald-Expertinnen von Greenpeace erklären warum.

mehr erfahren
GE Wind Farm near Petkus

Wie Windenergie und Waldschutz zusammenpassen

  • 15.06.2022

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch das Windenergie-an-Land-Gesetz beschlossen: Zwei Prozent der Fläche in Deutschland müssen für Windkraft zur Verfügung stehen - für den Wald potenziell gefährlich.

mehr erfahren
Michael Kunkel, Mitgründer der Bürgerbewegung „Freunde des Spessarts“  im Wald

Michael Kunkel über den Spessart

  • 16.03.2022

Der Naturpark Spessart in Nordwest-Bayern ist einer der größten zusammenhängenden Laubmischwälder Deutschlands. Weite Teile stehen als Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (FFH) unter Schutz.

mehr erfahren