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Hintergrund: Merantiholz wird vorwiegend aus Südostasien importiert. Die Regenwälder Südostasiens, vor allem die Indonesiens und Papua-Neuguineas, gehören zu den ältesten der Welt und werden durch Holz-Einschlag vernichtet. Zudem gibt es für die Fenster keine glaubwürdige Zertifizierung, die ihre unbedenkliche Herkunft belegen könnte.

Alle Parteien wollen den Urwald schützen. Aber das kann keiner ernst nehmen, wenn darauf nicht mal beim Einbau von Fenstern im Bundestag geachtet wird, sagt Sandra Pfotenhauer, Waldexpertin von Greenpeace. In einer Antwort auf eine von Greenpeace eingereichte Petition sprach sich der Bundestag im Mai 2004 für den Erhalt der Urwälder aus.

Allein in Südostasien sind schon zwei Drittel des Urwald-Bestands verloren und zahllose Lebewesen vom Aussterben bedroht. Durch den Verlust ihres Lebensraumes hat sich die Zahl der frei lebenden Orang-Utans in den letzten zehn Jahren halbiert.

Die Politiker fordern den Schutz der Urwälder, aber in der Ausschreibung für das Verwaltungsgebäude werden ausdrücklich Merantiholz-Fenster verlangt. Das passt nicht zusammen. Die Politiker in Deutschland müssen nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten dazu beitragen, dass die Urwälder nicht wie bisher abgeholzt werden und Orang-Utans nicht in zehn bis 20 Jahren ausgestorben sind, erklärt Pfotenhauer.

Greenpeace fordert Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) auf, den Einbau der Fenster zu stoppen und sie durch Produkte mit FSC-Siegel ersetzen zu lassen. Nur dieses Siegel garantiert eine ökologisch und sozial gerechte Bewirtschaftung der Wälder.

Bisher sind in Deutschland Import und Handel mit Holz aus illegalen Quellen und Urwaldzerstörung nicht verboten. Der Bundestag hat von der Bundesregierung ein Urwaldschutzgesetz gefordert, aber die Ministerien haben den Entwurf noch nicht untereinander abgestimmt. Die nächste Regierung muss das Gesetz verabschieden und eine Beschaffungspolitik auf den Weg bringen, die eine Verwendung von Holz aus ökologischer Waldnutzung vorschreibt.

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