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Die brasilianische Regierung hat nach jahrelangem Engagement von Greenpeace im Oktober 2001 ein fast vollständiges Verbot für den Einschlag von Mahagoni erlassen. Ausnahmen gelten nur für Unternehmen, die zum Zeitpunkt des Moratoriums bereits eine Genehmigung zum Einschlag erhalten hatten. Laut Ibama ist deren Anzahl aber sehr gering.

Greenpeace bezweifelt die Wirksamkeit des Verbots, denn der illegale Mahagonihandel floriert nach wie vor. Die wiederholten Verstöße zeigen, dass Brasilien allein den Schutz dieser gefährdeten Art nicht garantieren kann, sagte Nilo D'Avila, Sprecher der Greenpeace Amazonas-Kampagne. Nicht solange mit dem Verkauf des Holzes auf dem Weltmarkt derart hohe Gewinne erzielt werden. Bis zu 1.700 Euro werden für den Kubikmeter gezahlt.

Im brasilianischen Urwald findet seit vielen Jahren ein harter Kampf der Holzfäller gegen Umweltschützer und Bewohner der betroffenen Regionen statt. Körperliche Attacken und Morddrohungen sind nicht ungewöhnlich. Oft genug sind die lokalen Behörden in die kriminellen Machenschaften und den profitträchtigen Handel verstrickt: Im September 2002 hatte die Ibama in Porto de Moz zwei Schiffe mit mehr als 200 illegal geschlagenen Mahagonistämmen beschlagnahmt und gegen die Schiffseigner eine Strafe von rund 60.000 Euro verhängt. Einer der Frachter gehörte der Familie des Bürgermeisters von Porto de Moz, der Kapitän des zweiten Frachters war sein Bruder.

Im Washingtoner Artenschutzabkommen ist Mahagoni in Anhang III aufgelistet. Dort werden Arten aufgeführt, die zwar den Schutz des Ursprungslandes genießen, jedoch ohne dass dieses den internationalen Handel kontrollieren könnte. Wenn am 3. November in Santiago de Chile die CITES-Konferenz zum Schutz gefährdeter Arten beginnt, wird Greenpeace sich deshalb dafür einsetzen, den Mahagonibaum von Anhang III in Anhang II umzustufen. Anhang II enthält Arten, die gefährdet sind und ohne Einschränkung sowie strikte Kontrolle des Handels ausgerottet werden könnten, obwohl die Bestände derzeit noch eine wirtschaftliche Nutzung zulassen.

Wenn der Raubbau im bisherigen Maße voranschreitet, werden in zehn Jahren im brasilianischen Urwald keine Mahagonibäume mehr zu finden sein.

Weitere Informationen finden Sie in der Studie

"Die Mahagoni-Mafia".

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