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Die schlimmsten Befürchtungen scheinen sich zu bestätigen. Seit Mittwoch sind die "Umweltdetektive" im Gebiet um das Dorf Biwong Boulou, in dessen Nähe sich auch das offiziell lizensierte Einschlaggebiet der Firma Wijma befindet.

Den entscheidenden Hinweis hatten Einheimische gegeben, deren kleine Obst- und Gemüseplantagen quasi im Vorbeigehen von der Firma Wijma zerstört worden waren. Denn das eigentliche Objekt der Begierde sind die Baumriesen - bis zu zwei Meter dicke und 700 Jahre alte Giganten, die sich tief im Regenwald befinden.

Mit Hilfe eines Global Positioning Systems (GPS) untersuchte das Team das Gelände und fand zahlreiche illegal errichtete Straßen außerhalb des offiziellen Einschlaggebietes. Greenpeace-Aktivistin Sandra Pfotenhauer: Die Beweise sind eindeutig. Diese Straßen sind einzig und allein dazu da, in den Wald vorzudringen, Bäume illegal zu fällen und schließlich abzutransportieren.

Bei ihren Erkundungsmärschen rechts und links der Straßen entdeckten die Umweltschützer außerdem breite Schleifspuren der abtransportierten Baumriesen. Die Straßen sind zum Teil mit Erdwällen und Bäumen verbarrikadiert, damit unerwünschte Besucher nicht weiterkommen. An anderen Stellen waren gefällte Bäume mit Erde getarnt. Vereinzelt lagen aber auch fertig zum Abtransport vorbereitete Stämme offen herum.

An Dreistigkeit nicht zu überbieten

Da alle geschlagenen Bäume mit der Nummer des jeweiligen Einschlaggebietes gekennzeichnet sein müssen, wurden kurzerhand die Nummern des benachbarten Gebietes benutzt Die Dreistigkeit der illegalen Abholzer ist nicht zu überbieten. Sandra Pfotenhauer ist empört. An einem anderen Ort fanden wir einen Baum mit der Nummer eines entfernt liegenden Lizenzgebietes. Offensichtlich kam das den Waldarbeitern selbst etwas zu waghalsig vor. Da haben sie wohl kurzerhand die Nummer herausgesägt und den Baum neu ausgezeichnet. Aber die Holzscheibe mit der alten Nummer lag direkt daneben. Greenpeace fordert alle Firmen auf, keinen Handel mit Holz aus Urwaldzerstörung zu betreiben.

Fragen und Antworten zur Zerstörung des Urwalds in Kamerun

Warum ist der Urwald so wertvoll?

Die Urwälder Kameruns sind besonders artenreich: Über 8.000 Bäume, Gräser und Gefäßpflanzen und die Hälfte aller in Afrika lebenden Vogel- und Säuge-tierarten sind hier heimisch. Dazu zählen der Schimpanse und der Flachlandgorilla, aber auch der Afrikanische Waldelefant und der Leopard.

Wohin geht das Tropenholz?

Innerhalb Afrikas ist Kamerun der größte Holzexporteur. Das Holz geht zu uns nach Deutschland und nach Italien, Spanien, Holland, Frankreich, Portugal und England. Die Tropenhölzer werden in Europa unter anderem beim Brückenbau verwendet oder zu Fenster, Türen und Parkett weiterverarbeitet.

Wer macht Gewinn mit der Urwaldzerstörung?

Die großen Profiteure sind die europäischen Holzhandelsunternehmen. Sie verdienen Millionen mit illegal geschlagenem Holz. Nachdem sie mit ihren Hightech-Geräten breite Schneisen und Straßen in den Urwald geschlagen haben, können andere folgen: Wilderer oder Siedler, die sich auf der Suche nach einem Stückchen Land dort ansiedeln, wo ehemals tiefster Dschungel war.

Was sind die Folgen für die Menschen?

Durch den Raubbau am Urwald werden oft auch die kleinen Felder und Plantagen der Einheimischen geschädigt. Bananen oder Kakaosträucher brauchen mehrere Jahre, bevor sie Früchte tragen. Die Lebensgrundlage der an sich schon bitterarmen Bevölkerung ist auf Jahre zerstört. Besonders betroffen sind auch die Ureinwohner Kameruns, die Pygmäen. Denn der Wald ist ihre Heimat und Lebensgrundlage.

Greenpeace fordert:

  • Einschlagstopp in den letzten Urwäldern der Erde.
  • Kein Handel mit Holz und Holzprodukten aus Urwaldzerstörung.
  • Schutzgebiete für die letzten Urwälder der Erde.
  • Einsparung und Recycling von kurzlebigen Holzprodukten,
  • insbesondere von Papier und Pappe.

Das können Sie tun:

  • Verzichten Sie auf den Kauf von Holz aus Urwaldzerstörung.
  • Wählen Sie Holzprodukte mit dem FSC-Gütesiegel.
  • Verwenden Sie Holz und Holzprodukte wie Papier sparsam.
  • Unterstützen Sie Greenpeace mit Ihrer Spende für weitere
  • Expeditionen zum Schutz der Urwälder!

 

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