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Die gute Nachricht verkündeten am Sonntag der Gouverneur des Bundesstaates, Geraldo Alckmin, und der Bürgermeister der 15-Millionen-Metropole Sao Paulo, José Serra. Die Verordnungen sind noch am selben Tag in Kraft getreten - was einem Bekenntnis zur Umwelt gleichkommt, denn am 5. Juni wird seit 1972 der Weltumwelttag gefeiert.

Bis auf Weiteres wollen Stadt und Staat Sao Paulo besonders auf die legale Herkunft des benötigten Holzes achten. Legal heißt aber noch nicht urwaldfreundlich. José Serra kündigte daher bereits an, nur noch Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft zu beziehen, sobald die Bundesregierung ein Überwachungssystem eingeführt habe. Für die Stadt Sao Paulo hieße das: kein Holz aus Urwaldzerstörung mehr - egal ob legal oder illegal geschlagen.

Nach vielen schlechten Nachrichten, wie dem Mord an Schwester Dorothy Stang oder dem enormen Kahlschlag im Amazonas, endlich etwas zum Feiern, so Greenpeace-Waldexpertin Rebeca Lerer. Wer illegal vorgeht, verliert Marktanteile. Wer die Umwelt respektiert, profitiert von dieser Entscheidung.

Die Verwaltung einer amazonasfreundlichen Stadt muss vier grundlegende Voraussetzungen erfüllen: Sie darf kein Mahagoniholz verwenden, da diese Baumart akut bedroht ist. Die legale Herkunft des Holzes oder Holzprodukts muss in jeder Phase des Handels nachgewiesen sein. Nachhaltig erwirtschaftetes Holz ist zu bevorzugen. Und: Sie muss dafür sorgen, dass beim Bau öffentlicher Gebäude wiederverwendbares Material für Baugerüste und Einschalungen eingesetzt wird.

Nach Angaben der brasilianischen Regierung wurden 2004 rund 26.130 Quadratkilometer Amazonas entwaldet - das entspricht fast genau der Fläche Mecklenburg-Vorpommerns. Mehr als 70 Prozent der Bäume wurden illegal eingeschlagen. Fast drei Viertel des Holzes blieben im Land.

Allein Sao Paulo schluckte davon 15 Prozent: für Schulen, Ambulanzen, öffentliche Gebäude aller Art. Die Stadt erstreckt sich über mehr als 3.200 Quadratkilometer bebauter Fläche. Zum Vergleich: Berlin umfasst gut 890 Quadratkilometer. Für die Rettung des Amazonas-Urwalds ist das Umdenken in der Verwaltung des städtischen Molochs daher ein Segen und ein wichtiges Signal.

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