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Um auf die Bedrohung der Wale aufmerksam zu machen, haben 50 Aktivisten einen zwölf Meter hohen Leuchtturm errichtet und große hölzerne Walfluken auf dem Areal verteilt, das nun dem Anblick eines Walfriedhofs gleicht.

Der Greenpeace-Aktivist Jan Schneider aus Hamburg beschreibt seine ersten Eindrücke: "In direkter Umgebung der Greenpeace Whale Embassy befinden sich einige Restaurants, in denen Walfleisch angeboten wird. Kurz vor meiner Ankunft wurden in kurzer Zeit drei junge Wale, die angeblich versehentlich als "Beifang" mitgefangen wurden, in unmittelbarer Umgebung zerteilt und ausgenommen. Ziemlich üble Bilder."

Ulsan war früher eines der Zentren der Walfleisch-Verarbeitung. Vom 20. bis 24. Juni wird die Internationale Walfang Kommission (IWC) in der Stadt tagen. Die "Stadt der Wale" hat zwei Gesichter - Skulpturen in den Felsen der Steinküste sollen die Verbindung der Region mit dem Meer bezeugen. Es gibt auch ein Walmuseum.

Doch die koreanischen Fischer fangen nicht nur Fische. Es gibt dort einen erstaunlich hohen Wal-"Beifang". "Beifang" ist eigentlich unbeabsichtigter Fang. In Südkorea scheint er jedoch sehr willkommen zu sein. Neben Kleinwalen und Delfinen verenden jedes Jahr rund 100 große Wale in den Fischernetzen.

Da der Walfang offiziell verboten ist, ist Walfleisch teuer. In Korea wurden 2004 für einen Wal 100.000 Dollar bezahlt. Die Annahme liegt nahe, dass das illegal gefangene Walfleisch auf dem benachbarten, extrem lukrativen japanischen Markt verkauft wird. Fehlt nur noch eine Fabrik, in der der Beifang verarbeitet werden kann.

Südkorea will vermutlich, wie Japan, in den "wissenschaftlichen Walfang" einsteigen. Die Japaner nutzen diese Praxis, um das Walfangverbot zu umgehen. Dabei hat die IWC die "wissenschaftlichen" Walfänger längst aufgefordert, das Töten von Walen zu unterlassen. Untersuchungen können auch mit nicht tödlichen Methoden durchgeführt werden.

Mit dem geplanten Bau der Walfleisch-Fabrik in Ulsan kündigt sich für Greenpeace und KFEM ein unheilvoller Trend an. Denn warum sollte die Regierung Südkoreas in eine Fleischfabrik investieren, wenn nicht der Wiederaufbau der Walfangflotte geplant wäre?

"Wir benennen nur die Fakten. Wenn diese Fabrik gebaut wird, so heißt das, dass Korea eine ökologisch unhaltbare Industrie unterstützt, die klar außer Kontrolle ist und zur Ausrottung von Walen und Delfinen führt", sagte Jim Wickens, Meeresexperte von Greenpeace International.

Greenpeace fordert, dass die Walfleisch-Fabrik in Südkorea nicht gebaut wird. Wale dürfen auch zu wissenschaftlichen Zwecken nicht getötet werden. Wissenschaft sollte dem Schutz und Erhalt von Tierarten dienen. Der Walfang muss komplett eingestellt werden!

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