Skip to main content
Jetzt spenden

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Wale fallen nicht nur der unsinnigen Jagd zum Opfer, sagte Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack zum Schicksal der Meeressäuger. Sie ertrinken auch als ungewollter Beifang in Fischernetzen oder sterben durch die Verschmutzung der Meere und den ständig zunehmenden Unterwasserlärm. Die IWC muss daher ihre Aufgaben erweitern und endlich alle Gefährdungen der Wale beachten.

Auf den Jahrestreffen der IWC dreht sich seit 1946 alles um die Großwale, die einige Staaten wie Japan und Norwegen nach wie vor jagen. Doch zu den 79 Walarten zählen auch Kleinwale, die bislang kein kommerzielles Interesse erregten. Diese Aufmerksamkeitsverteilung spiegelt jedoch keineswegs die tatsächliche Lage wider: Alle großen und kleinen Walarten sind bedroht, warnt Maack. Die IWC muss daher zukünftig alle Walarten schützen, also auch Kleinwale und Delfine.

Durch die Harpunen japanischer und norwegischer Walfänger starben im vergangenen Jahr 1318 Großwale - ungeachtet eines Walfangverbotes, das seit 1986 gilt. Japan tötet sie unter dem Deckmantel des wissenschaftlichen Walfangs. Norwegen konnte gemäß der löchrigen IWC-Satzung Einspruch gegen das Fangverbot erheben und fühlt sich nun nicht mehr daran gebunden.

Zusätzlich ertrinken Hunderttausende von Walen in Fischernetzen, ohne dass die IWC davon Notiz nimmt. Allein in der Nordsee und Ostsee sterben jährlich Tausende der kleinen Schweinswale qualvoll in den Netzen. Aber auch die immer noch zunehmende schleichende Vergiftung der Meere ist eine große Gefahr: So haben die weißen Beluga-Wale die höchste Krebsrate aller Säugetiere.

Eine weitere Bedrohung für die Tiere findet erst in jüngster Zeit Beachtung: der zunehmende Lärm in den Ozeanen. Erzeugt wird er von Schiffschrauben, der Öl- und Gasförderung sowie Unterwassersonaren der US-Marine. Die Sonare, die helfen sollen feindliche U-Boote aufzuspüren, erzeugen Schallpegel von bis zu 240 Dezibel. Im Vergleich dazu: ein startender Jumbojet erreicht nur 150 Dezibel.

Die Folge der akustischen Meeresverschmutzung: Anfang Mai strandeten an der kanadischen Küste mehrere Schweinswale in unmittelbarer Nähe von Militär-Sonaren. Diagnose: Den Tieren waren die Innenohren geplatzt. All dieser Probleme muss sich die IWC endlich annehmen, wenn sie nicht in der Bedeutungslosigkeit versinken will, betont Maack.

Eine Neuorientierung der IWC wird bereits vorbereitet: 19 der 46 stimmberechtigten Nationen in der IWC, darunter Deutschland, wollen mit der so genannten Berlin Initiative die Schutzrolle der Organisation stärken und ihre Aufgaben ausweiten. Mit einer einfachen Mehrheit könnte der Antrag in Berlin verabschiedet werden. Doch das Waljagd-Land Japan und seine Verbündeten - mit japanischer Finanzkraft gekaufte Entwicklungsländer - werden versuchen, alle Bemühungen zum Schutz der Wale zu blockieren. (mir)

 

Mehr zum Thema

Aktivist:innen auf der Beluga II im Hafen von Nexø, Bornholm

Greenpeace-Aktivist:innen untersuchen Folgen der Pipeline-Explosionen

  • 24.11.2022

Welche Auswirkungen haben die Explosionen an den Nord-Stream-Pipelines auf die Umwelt? Greenpeace-Aktive nehmen Proben, ein Bericht von Expeditionsleiterin Nina Noelle.

mehr erfahren
Schweinswal taucht aus dem Meer auf

Interview: Schweinswalschutz ist Klimaschutz

  • 15.11.2022

Wie geht Klimaschutz ohne Artenschutz? Gar nicht, sagen Greenpeace-Expertinnen Franziska Saalmann und Sandra Hieke anlässlich der Klimakonferenz COP27, auf der es heute auch um Artenschutz geht.

mehr erfahren
Lichterumzug Meeresleuchten

Aktion Meeresleuchten!

  • 13.11.2022

Lichtermeer für die Tiefsee: Am 12. November zogen 250 kleine und große Menschen durch die Hamburger HafenCity, um mit selbstgebastelten Laternen für den Schutz der Tiefsee zu demonstrieren.

mehr erfahren
Tiefseekrake Casper auf Meeresgrund

Hoffnung für Artenschutz in der Tiefsee

  • 12.11.2022

Bewegung auf internationaler Ebene: Einige Länder setzen sich gegen den Beginn des Tiefseebergbaus ein, darunter Deutschland.

mehr erfahren
Adeliepinguine in der Antarktis

Hängepartie fürs ewige Eis

  • 08.11.2022

Die Antarktis-Kommission CCAMLR versagt wieder beim Antarktis-Schutz.

mehr erfahren
Lemon Shark in French Polynesia

Sieben Tipps zum Meeresschutz

  • 29.09.2022

Meere gehören zu den artenreichsten Lebensräumen der Erde. Sieben Tipps, wie wir zum Schutz der Meere beitragen können.

mehr erfahren