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fishery Guinea
© Greenpeace/Steve Morgan

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Mit dieser Summe bleibt Mauretanien weltweit der größte Empfänger von EU-Fischereigeldern. Sie ergeben sich nicht nur aus den maximalen Fangmengen von Tunfisch, Seehecht und Shrimps, die Besitzer von Fischkuttern werden künftig zudem Lizenzgebühren bezahlen. Diese orientieren sich an der Nachfrage des jeweiligen Meerestiers. Rund 22 Millionen Euro Einnahmen sollen durch diese Regelung zusätzlich möglich sein.

Strengere Regeln, insbesondere für den Fang empfindlicher Fischbestände wie Kalamare, Kraken und Tintenfische, sollen Grundlage der neuen Vereinbarung sein. Um 30 Prozent wurde bei den Kopffüßlern die Quote herabgesetzt, die Fangquoten für den Grundschleppnetzfang um 60 Prozent. Die neuen Konditionen des Handels werden in der Europäischen Kommission als großer Durchbruch bezeichnet. Beide Seiten zögen daraus Vorteile, hieß es. So fördere die Vereinbarung nicht nur Arbeitsplätze, sondern stärke zudem die Überwachung und Kontrolle über die Fischbestände. Der Handel stehe im Einklang mit Wissenschaft und Umweltschutz.

Saskia Richartz, Greenpeace-Expertin für europäische Fragen der Meerespolitik ist jedoch anderer Meinung: Zwar hat die Europäische Union hat ihre Richtlinien für eine neue Generation von Fischereiverträgen überarbeitet und es gibt durchaus Verbesserungen, die entscheidenden Probleme bestehen jedoch noch immer. Sie betont: Der Handel ist das Resultat der Überfischung unserer eigenen Gewässer und Fischbestände. In der Konsequenz müssen wir das Fischen auf fremde Gebiete verlagern.

Bevor es zu der Einigung kam, scheiterten die Gespräche zwischen Mauretanien und der EU mehrere Male. Diskutiert wurden neben den Größenordnungen der Schiffe und maximalen Fangmengen auch das Abladen des gefangenen Fisches auf den Kanaren. Mauretanische Fischereiverbände forderten zudem ein Fangverbot: Europäische Fischer sollten Kopffüßler in den fremden Gewässern künftig nicht mehr fangen dürfen.

Das Meer vor der westafrikanischen Küste ist eines der letzten fischreichen Gebiete der Erde. Die Fischerei ist neben dem Erzbergbau und der Landwirtschaft der wichtigste Wirtschaftszweig Mauretaniens. Die Existenz der Fischer ist angesichts des Fischfangs auf den heimischen Gewässern bedroht. Vor allem die illegalen Raubzüge europäischer und asiatischer Fischkutter machen sich nachhaltig bemerkbar. Afrikanische Länder wie Somalia könnten laut Schätzungen von Greenpeace Verluste von 300 Millionen US-Dollar erleiden. Richartz kritisiert: Wir finden es besorgniserregend, dass solche Verträge offenbar ohne ausreichende Kenntnis der Situation getroffen werden. Denn da die illegale Fischerei nicht Bestandteil der wissenschaftlichen Kalkulationen ist, sind die Fischbestände möglicherweise stärker in Mitleidenschaft gezogen worden als bisher angenommen.

Die Regelungen des neuen Vertrags sollen am ersten August in Kraft treten, vorausgesetzt, die Vereinbarung wird von den Institutionen der Europäischen Union genehmigt.

(Autorin: Cindy Roitsch)

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