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Obwohl diese Schiffe unter Flaggen südamerikanischer Länder fischen, werden sie von europäischen Fischerei-Riesen kontrolliert, sagt Stefanie Werner, Meeresexpertin bei Greenpeace Deutschland. Diese Firmen bedienen den europäischen Markt und man kann ihren Thunfischprodukten derzeit nicht trauen.

Recherchen von Greenpeace haben ergeben, dass die Schiffe den spanischen Thunfisch-Verarbeitern Albacora, Calvopesca und Conservas Garavilla SA beziehungsweise dem ecuadorianischen Unternehmen Nirsa SA gehören.

Europäische Supermärkte müssen den Verkauf jeglicher Produkte dieser Verarbeiter stoppen, wenn sie sich nicht zu Komplizen der illegalen Fischerei machen wollen, sagt Werner. Außerdem müssen sie eine volle Rückverfolgbarkeit aller ihrer Fischprodukte und Meeresfrüchte zu nachhaltigen und legalen Quellen gewährleisten, damit solche Fälle in Zukunft ausgeschlossen werden.

Piratenfischerei ist ein lukratives Geschäft, das weltweit bis zu 6,5 Milliarden Dollar pro Jahr einbringt. Die erschöpften Bestände hochwertiger Fische wie Thunfisch, Kabeljau und anderer großer Raubfische sind besonders stark durch illegale Fischerei gefährdet.

Rücksichtslos dringen die Piratenfischer auch in die Hoheitsgewässer armer Länder ein. Aus dem Pazifik werden jährlich schätzungsweise 300.000 Tonnen Thunfisch gestohlen. Reiche ausländische Konzerne stehlen unseren Fisch, um ihn dann billig in Europa, den USA und Japan zu verkaufen, kritisiert Lagi Toribau von Greenpeace Pazifik. Unser Hauptnahrungsmittel wird uns buchstäblich von den Tellern geklaut.

Greenpeace setzt sich für eine 50-prozentige Reduktion der pazifischen Thunfisch-Fischerei ein. Vor allem aber brauchen die Meere Schutz - nur so können sie sich erholen: Wir brauchen Meeresschutzgebiete, die nutzungsfrei mindestens 40 Prozent unserer Ozeane abdecken müssen. Außerdem fordert Greenpeace, endlich wirksame Maßnahmen gegen Piratenfischer zu ergreifen.

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