Skip to main content
Jetzt spenden

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

In Ulsan sind die Vorbereitungen für die diesjährige Tagung der IWC in vollem Gange: Ein Wale-Museum befindet sich im Bau, die Einrichtung eines Meeresparks wird vorbereitet. Die Stadt der Wale, wie sie sich gern nennt, will ihrem Namen Ehre machen.

In aller Stille aber hat die südkoreanische Regierung den Weg für ein zweites Vorhaben geebnet. Die geplante neue Walfleischfabrik droht aus der Stadt der Wale wieder die Stadt des Walfangs zu machen: Ulsan war vor dem Verbot des kommerziellen Walfangs das Herz der südkoreanischen Walfangindustrie. Etliche Walfleischrestaurants zeugen noch davon.

Greenpeace ebenso wie die Korean Federation for Environment Movement (KFEM) fürchten, dass sich hier ein unheilvoller Trend für die IWC-Konferenz ankündigt. Jim Wickens, Meeresexperte von Greenpeace International, fragt sich: Warum sollte die südkoreanische Regierung in eine brandneue Fleischfabrik investieren, wenn nicht um ihre Walfangindustrie wieder aufzubauen? Wenn es sich nicht so verhält, dann soll sie das laut und deutlich sagen.

Korea hat zwar nach offiziellen Angaben noch nicht entschieden, wie es auf der IWC stimmen wird. Aber die Regierung fördert schon jetzt den nationalen Handel mit dem Fleisch von Walen und Delfinen, die zufällig, als so genannter Beifang, in Fischernetzen verendet sind.

Wirklich zufällig? Offiziellen Statistiken ist zu entnehmen, dass sich vor der südkoreanischen Küste sehr viel mehr Wale und Delfine in Fischernetzen verfangen als vor den Küsten von Staaten, die keinen Markt für das Fleisch bieten. Gleichzeitig beobachten Forscher mit Sorge, dass die Walbestände in der Region trotz des Verbots des kommerziellen Walfangs immer kleiner werden.

Wale in koreanischen wie in anderen Gewässern brauchen dringend Schutz, sagt Choi Ye-Yong von der KFEM. Lasst uns aus unseren Ozeanen ein Walschutzgebiet machen, keinen Walfriedhof. Als Mahnmal haben die 50 Aktivist/innen von Greenpeace und der KFEM im Protestcamp einen zwölf Meter hohen Leuchtturm aufgebaut. Auf dem felsigen Grund verteilt warnen hölzerne Walfluken vor dem drohenden Walfriedhof.

Die Internationale Walfang - Kommission (IWC)

Die Internationale Walfang - Kommission (IWC)

3 | DIN A4

178.02 KB

Herunterladen

Mehr zum Thema

Zwei Zügelpinguine in der Antarktis

Naturparadies Antarktis

  • 07.01.2022

Die Antarktis ist ein extremer Lebensraum mit einzigartiger Flora und Fauna. Greenpeace untersucht auf einer neuen Expedition die Folgen der Klimakrise und schützenswerte Lebewesen am Meeresgrund.

mehr erfahren
"No Deep Sea Mining" – Greenpeace-Aktion in Rotterdam

Tiefsee-Arten vom Aussterben bedroht

  • 10.12.2021

Die Artenvielfalt in der Tiefsee ist bedroht – doch statt sie stärker zu stützen, soll bald in der Tiefe Bergbau betrieben werden. Dagegen protestiert Greenpeace in Rotterdam.

mehr erfahren
Adeliepinguine in der Antarktis

Hängepartie fürs ewige Eis

  • 29.10.2021

Die Antarktis-Kommission CCAMLR versagt wieder beim Antarktis-Schutz.

mehr erfahren
"Prestige" oil spill

Verschmutzung

  • 06.10.2021

Die Weltbevölkerung bis zum Jahr 2050 auf etwa zwölf Milliarden Menschen ansteigen. Damit Landwirtschaft und Industrie sie ausreichend versorgen können, wird sich der Druck auf Küstengebiete erhöhen.

mehr erfahren

Kein Goldrausch im Ozean!

  • 16.05.2021

Erste Pilotversuche zum Abbau von Manganknollen im Ozean sind abgeschlossen. Doch Tiefseebergbau ist eine massive Bedrohung für unsere Ozeane.

mehr erfahren
Schwarzer Raucher im Pazifik

Tiefsee in Gefahr

  • 14.05.2021

In den Tiefen der Ozeane verbirgt sich ein einzigartiger Lebensraum, den wir gerade erst zu verstehen beginnen. Doch westliche Firmen drängen auf die Ausbeutung dortiger Rohstoffe.

mehr erfahren