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Piratenfischerei

Greenpeace-Schiff Esperanza auf der Suche nach Piratenfischern

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Piratenfischern fehlt vor allem eines: eine Quote, eine Fangerlaubnis, eine Lizenz zum Fischen. Sollten sie eine haben, wird diese ums Mehrfache überzogen. Die Piratenfischer umgehen internationale Fischereiabkommen, indem sie ihre Schiffe in Billigflaggen-Ländern wie Belize, Honduras, Panama, St. Vincent oder Grenada registrieren. Länder - darunter auch solche, die gar keine eigene Küste haben - vergeben für geringe Gebühren Lizenzen an große Fischtrawler und verzichten meist auf die notwendigen Kontrollen. Sie unterschreiben nicht die internationalen Abkommen und sind dann auch nicht von diesen betroffen.

Theoretisch sollten diese Abkommen regeln, wie viel Fisch einer bestimmten Art in den Regionen gefangen werden und wer diesen fangen darf. Jedoch wird dies durch das Billigflaggensystem untergraben. Die Welternährungsorganisation FAO schätzt, dass schon seit Jahren rund ein Viertel mehr gefangen wird als erlaubt. Schuld sind die Fischpiraten, die illegal, unreguliert und undokumentiert (IUU-Fischerei) alles fangen, was sich verkaufen lässt, und zusätzlich die bereits überfischten Bestände belasten.

Fisch wird vor allem aus dem Meer der ärmsten Länder gestohlen

Diese Fischereischiffe wildern besonders gerne dort, wo Kontrollen die Ausnahme sind: auf hoher See oder in Küstenbereichen von ohnehin armen Ländern, die nicht in der Lage sind, ihre Hoheitsgewässer zu überwachen. Weltweit entstehen jährlich Verluste zwischen 3,4 und 7,6 Milliarden Euro durch die Piratenfischerei. Am meisten betroffen sind die ärmsten Länder der Welt. Deshalb arbeitet Greenpeace in Westafrika mit der Menschenrechtsorganisation Environmental Justice Foundation (EJF) zusammen, um gemeinsam die zerstörerischen Praktiken der Piraten-Fischereiflotten aufzudecken.

Die Piratenbeute wird nicht selten auf See illegal an Kühlschiffe übergeben, mit legalem Fang vermischt und dann in Häfen verkauft, in denen es kaum Kontrollen gibt - beispielsweise in Las Palmas auf Gran Canaria. Im Atlantischen Ozean profitieren Piratenfischer vor allem von der steigenden Nachfrage nach Tunfisch auch in der EU.

Die Esperanza ist am Montag aus Kapstadt in den Atlantik ausgelaufen, um auf dieses Problem aufmerksam zu machen. In wenigen Tagen treffen sich die Fischereiminister der OECD in Paris um über Maßnahmen gegen die Piratenfischerei zu beraten. Bereits vor fünf Jahren wurde ein Aktionsprogramm beschlossen - das nur nie umgesetzt wurde. Die Regierungen müssen aufhören zu reden und anfangen zu handeln, sagt Andrea Cederquist, Fischereiexpertin von Greenpeace. Fisch der illegal gefangen wird, landet auch bei uns auf dem Teller. Alle Supermärkte sollten sicherstellen, dass keine illegalen Fischprodukte in ihren Regalen liegen. Auch müssen sie entsprechend den gesetzlichen Vorgaben die volle Rückverfolgbarkeit aller Fischprodukte bis zum Fangschiff gewährleisten.

Zweiter Teil der SOS Weltmeer-Tour

Die Expedition der Esperanza vor die Westafrikanische Küste ist der zweite Teil einer über einjährigen Tour zum Schutz der Weltmeere. Nach einer ersten Fahrt in die Antarktis zum Schutz der Wale wird die Esperanza nun in den kommenden Wochen gegen Piratenfischer kämpfen. Während der SOS Weltmeer-Tour wird Greenpeace zeigen, wie zerbrechlich und kostbar, aber vor allem bedroht das Leben in unseren Meeren ist. Selbst der weiteste Ozean ist auf Dauer Überfischung, illegaler Fischerei, schleichender Verschmutzung und Klimawandel nicht gewachsen. Greenpeace fordert ein weltweites Netz von Meeresschutzgebieten, das 40 Prozent der Weltmeere umfassen muss.

Bereits jetzt unterstützen 45.000 Meeresschützer/innen dieses Unterfangen und begleiten die SOS Weltmeer-Expedition im Internet. Per Mausklick auf www.sosweltmeer.org kann sich jeder eintragen und sich dabei für die Meere engagieren.

(Autor: Helge Holler)

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