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Diese Cocktails hatten es allerdings in sich. Die Kids hielten nicht mit den Mix-Rezepten - Botschaften an die Delegierten - hinterm Berg. So fand sich beispielsweise im Spirit of the Forests eine gehörige Portion Duchsetzungskraft sowie zu gleichen Teilen Vernunft und Weitblick. Das Ganze wird zusammengemixt nach dem Prinzip der Gerechtigkeit zwischen den Generationen.

Der 17-jährige Justus Rollin aus Schwerin verriet in einer kurzen Ansprache den Delegierten das Rezept für den Kids for Forests-Albtraumdrink. Er enthält einen Löffel Unaufrichtigkeit, Ungerechtigkeit und Eigennutz, ein Gläschen Gier, Mangel an Verbindlichkeit, zwei Gläschen Kurzsichtigkeit sowie drei Schluck Zerstörung. Außerdem gehört eine Schüssel fehlendes Engagement und Scheinheiligkeit dazu.

Wir hoffen, dass diese Konferenz sich nicht als ein Albtraumdrink herausstellen wird, sagte Justus und forderte die Delegierten auf, diesen Albtraum zu stoppen - für die zukünftigen Generationen.

Die jetzt begonnene zweite Woche der UN-Artenschutzkonferenz werden die Kids for Forests mit einem Schatzinsel-Stand begleiten. Dort können die Delegierten am Spiel Wächter der Naturschätze teilnehmen. Die Kids werden aber auch Ausweise und Buttons an die Konferenzteilnehmer verteilen, die sich bei ihnen verpflichten, konkrete Schritte zum Schutz der Naturschätze zu unternehmen.

Nichtmitglied USA untergräbt Verhandlungen

Immer deutlicher zeichnet sich ab, dass der Erfolg dieses UN-Gipfels von der Finanzierung von Schutzmaßnahmen für Urwälder und Meere abhängt. Zwar haben sich die Teilnehmerstaaten darauf einigen können, bis 2010 ein System von Schutzgebieten an Land und bis 2012 in den Meeren einzurichten. Deren Finanzierung ist jedoch ebenso ungeklärt wie verbindliche Entscheidungen zu ihrer Umsetzung.

Der Gipfel darf nicht am Geld scheitern, das Überleben der Artenvielfalt ist viel zu wichtig, sagt Greenpeace-Waldexperte Martin Kaiser in Kuala Lumpur. Der Schutz der letzten Urwälder und Meere liegt jetzt in den Händen der Staats- und Regierungschefs der reichen Industrieländer. Sie müssen den Entwicklungsländern bei der Einrichtung von Schutzgebieten finanziell deutlich unter die Arme greifen.

Brasilien und andere Entwicklungsländer machen ihre Einwilligung in verbindliche Arbeitsschritte von finanziellen Zusagen der Industrieländer abhängig. Ein entsprechendes Arbeitsprogramm blockieren Australien, Kanada und das Gastgeberland Malaysia. Auch die USA versuchen, Fortschritte auf der Konferenz zu untergraben, obwohl sie kein Vertragsstaat der CBD sind. Sie wehren sich massiv gegen Schutzgebiete auf hoher See.

Lesen Sie unser Tagebuch für den Urwald- und Meeresschutz mit Beiträgen aus Kuala Lumpur, von der "Rainbow Warrior" und anderen Brennpunkten.

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