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Weltweit werden jährlich mehr als 125 Millionen Tonnen Kunststoff produziert. Große Teile des daraus entstehenden Mülls landen später einmal im Meer. Weil das Plastik sich dort aber nicht einfach in seine Bestandteile auflöst, wird es zum Problem für die Tierwelt, insbesondere für Seevögel.

Auf einer der nördlichen Hawaii-Inseln sterben zwei von fünf Layson-Albatrossküken, noch bevor sie das erste Mal ihr Federkleid wechseln. Obwohl sie von ihren Eltern versorgt und gefüttert werden, verlieren sie im Laufe ihrer Entwicklung kontinuierlich an Gewicht. Schließlich verdursten und verhungern sie jämmerlich. Grund dafür sind im Meer treibende Plastikteile aller Art. Sie werden von Seevögeln häufig mit Nahrung verwechselt und verschluckt oder an die Nachkommen verfüttert. Deren Mägen verstopfen durch diesen Zivilisationsmüll, bis schließlich kein Platz mehr für Flüssigkeit und echte Nahrung bleibt. Die Kondition der Vögel wird massiv geschwächt. So werden sie auch anfälliger für Krankheiten.

Dieses Phänomen trifft man nicht nur im Nordost-Pazifik aufgrund der dortigen Ringströmung an. Auch andere Meeresregionen sind davon betroffen. In die Nordsee werden jährlich 200.000 Tonnen Müll eingetragen. Dessen Plastikanteile stellen auch für die dortigen Seevögel ein großes Problem dar. Während einer Studie fanden europäische Wissenschaftler in 97 Prozent der untersuchten Nordsee-Eissturmvögel Plastikteile in den Mägen.

Ein ähnliches Schicksal ereilt die Basstölpel und Lummen auf der deutschen Hochseeinsel Helgoland. Basstölpel brüten hier seit 1982. Sie bauen Reste von Fischernetzen in ihre Nester ein, die sie am Strand oder im Meer finden. Seither beobachtet man oftmals toten Basstölpel-Nachwuchs, der sich an den Plastikleinen solcher Netzreste stranguliert hat. Die berühmten Helgoländer Lummen, die zwischen den Basstölpeln brüten, erleiden das gleiche Schicksal.

  • basstoelpoelkolonie

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