Skip to main content
Jetzt spenden
Nahaufname einer Koralle in der Klaverbank/Nordsee, Juni 2011.
Cris Toala Olivares / Greenpeace

Seepferdchen-Skulpturen schützen die Nordsee

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Es ist der perfekte Lebensraum für Fische, Krebse, Anemonen und Kaltwasserkorallen: Die Klaverbank vor der holländischen Küste. Noch ist der Meeresboden allerdings teilweise kahl und von Furchen der Grundschleppnetze durchzogen. Das wird sich ändern: Greenpeace hat metergroße Seepferdchen-Skulpturen vor der Nordseeküste versenkt, um wie bereits im Sylter Außenriff Meeresschutzgebiete zu schaffen.

Aus Holz und Granit sind die meterhohen Wächter, die zukünftig die ungestörte Entwicklung der Meeresorganismen ermöglichen werden. Aktivisten von Greenpeace Niederlande haben damit begonnen, die Seepferdchen in der Nordsee zu versenken. Das empfindliche Ökosystem soll sich von der zerstörerischen Schleppnetzfischerei erholen. Dass dies funktioniert, zeigt ein Blick ins Sylter Außenriff: Dort hat Greenpeace Deutschland mit einer ähnlichen Aktion bereits vor drei Jahren ein Meeresschutzgebiet geschaffen.

Die holländische Kiesbank Klaverbank liegt 160 Kilometer nordwestlich der Stadt Den Helder und ist bekannt für ihre Artenvielfalt. Zwar hatte die niederländische Regierung sie vor vier Jahren als Natura-2000-Schutzgebiet ausgewiesen - auch das Sylter Außenriff ist als solches definiert. Bei beiden wurden aber bisher von Regierungsseite keine wirksamen Maßnahmen getroffen, um die zerstörte Meeresnatur zu schützen.

Die Fischerei mit Grundschleppnetzen gehört zu den zerstörerischsten Fangmethoden überhaupt: Die Netze werden auf dem Meeresgrund entlang geschleppt, wühlen ihn auf und zerstören so das empfindliche Ökosystem. Greenpeace Niederlande hat zuvor den Meeresboden ausführlich untersucht. Wir haben große kahle Flächen gefunden, teilweise mit sichtbaren Spuren der Grundschleppnetze, berichtet Tom Gray, Meeresexperte bei Greenpeace. Er versichert, dass die Fischer über die Lage der versenkten Seepferdchen informiert sind: Wir haben die genauen Koordinaten jeder versenkten Skulptur an die zuständigen Behörden und die niederländische Küstenwache übermittelt.

Gray hofft auf zukünftiges Engagement des niederländischen Landwirtschaftsministers Henk Bleker. Wir fordern Minister Bleker auf, die gesamte Klaverbank zu schützen! Die Chance dazu bietet sich diesen Sommer: Die für maritime Angelegenheiten verantwortliche EU-Kommissarin Maria Damanaki will am 13. Juli dieses Jahres einen Entwurf für eine neue europäische Fischereipolitik vorlegen. Greenpeace fordert, dass die Einrichtung von großflächigen Schutzgebieten darin rechtsverbindlich vorzuschreiben ist. Nur so können sich die überfischten Speisefischbestände und die zerstörte Meeresnatur wieder erholen.

  • Niederländische Greenpeacer versenken Natursteine in der Klaver Bank/Nordsee.Juli 2011

    Seepferdchen aus Holz

    Überspringe die Bildergalerie
  • Niederländische Greenpeacer versenken Natursteine in der Klaver Bank/Nordsee.Juli 2011

    Schützende Steine

    Überspringe die Bildergalerie
  • Niederländische Greenpeacer versenken überlebensgroße Seepferdchen in der Klaver Bank/Nordsee, Juni 2011.

    Seepferdchen aus Holz

    Überspringe die Bildergalerie
  • Niederländische Greenpeacer versenken überlebensgroße Seepferdchen in der Klaver Bank/Nordsee, Juni 2011.

    Seepferdchen aus Holz

    Überspringe die Bildergalerie
Ende der Gallerie

Petition

https://act.greenpeace.de/tiefsee-schuetzen

Tiefsee vor Zerstörung schützen!

In der Tiefsee soll Unfassbares passieren: Für den Abbau von Metallen und seltenen Erden soll der Meeresgrund durchfräst und so einzigartige Ökosysteme zerstört werden. Fordern Sie Wirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck auf, das zu verhindern!

Petition unterzeichnen

0% vom Ziel erreicht

0 haben mitgemacht

0%

Mehr zum Thema

"No Deep Sea Mining" – Action in Rotterdam

Tiefseebergbau - Der neue Goldrausch

  • 03.04.2023

Tiefseebergbau ist für den Umstieg auf Elektroautos nicht notwendig - und doch rückt die neue Meeresausbeutung näher.

mehr erfahren
Taucherin mit Unterwasserbanner: "Das Meer ist kein Industriegebiet."

UN einigt sich auf globalen Ozeanvertrag

  • 05.03.2023

Historischer Erfolg: Nach fast 20 Jahren und zähen Verhandlungsrunden hat sich die UN auf ein internationales Meeresschutzabkommen geeinigt.

mehr erfahren
Blauwal an der Meeresoberfläche im Pazifik

Wale durch drohenden Tiefseebergbau in Gefahr

  • 14.02.2023

Geplante Tiefseebergbau-Gebiete überschneiden sich mit dem Verbreitungsgebiet von etwa 30 Walarten - weitere Forschung ist dringend nötig, um die Gefahren für die Meeressäuger abzuschätzen.

mehr erfahren
"No Deep Sea Mining" – Action in Rotterdam

Aufgedeckt: Gefahren des Tiefsee-Bergbaus auf der hohen See

  • 27.01.2023

Verdeckte Video-Aufnahmen der jüngsten kommerziellen Tiefsee-Bergbautests im Pazifik, die Greenpeace zugespielt wurden, zeigen, wie die Bergbauindustrie die Tiefsee zerstört.

mehr erfahren
Aktivist:innen auf der Beluga II im Hafen von Nexø, Bornholm

Greenpeace-Aktivist:innen untersuchen Folgen der Pipeline-Explosionen

  • 22.12.2022

Welche Auswirkungen haben die Explosionen an den Nord-Stream-Pipelines auf die Umwelt? Greenpeace-Aktive nahmen Proben, wir ordnen die Ergebnisse ein.

mehr erfahren
Lichterumzug Meeresleuchten

Aktion Meeresleuchten!

  • 13.11.2022

Lichtermeer für die Tiefsee: Am 12. November zogen 250 kleine und große Menschen durch die Hamburger HafenCity, um mit selbstgebastelten Laternen für den Schutz der Tiefsee zu demonstrieren.

mehr erfahren