Skip to main content
Jetzt spenden

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Es ist gängige Praxis, dass große Fangtrawler illegal gefangenen Fisch auf offener See in Kühlschiffe wie die Mumrinskiy umladen. Das russische Kühlschiff hat nachweislich schon früher illegal gefangene Fische aufgenommen, die Anordnungen der norwegischen Küstenwache ignoriert und Dokumente gefälscht, um illegale Fänge zu vertuschen. In Eemshaven soll die Ladung gelöscht werden, damit sie dann auf den europäischen Markt gelangt.

Es ist ein Skandal, dass russische Piratenfischer niederländische oder deutsche Häfen nutzen, um ihren illegalen Fang zu verschleiern. Die Behörden müssen den Fang überprüfen bevor er abgeladen ist, sagt Iris Menn, Meeres-Expertin von Greenpeace. Der Kabeljaubestand der Nordsee ist völlig überfischt. Nun werden die Bestände in der Barentssee ausgebeutet. Illegale Fischerei unterläuft jeden Versuch, die Fischbestände zu schützen.

Die Barentssee im Atlantik nördlich von Norwegen beheimatet den letzten gesunden Kabeljaubestand der Welt. Der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) schätzt, dass jeder vierte Kabeljau in der Barentssee illegal gefangen wird.

Die Methoden der illegalen Fischerei sind einfach: Fische, die über die erlaubte Fischquote hinaus gefangen werden, landen auf den Kühlschiffen. In den Häfen in Deutschland und den Niederländen tauchen sie dann in den Anlandepapieren der Trawler nicht mehr auf. Die Papiere der Kühlschiffe werden weder auf Hoher See noch in den Verladehäfen ausreichend geprüft.

Die Mumrinskiy umgeht Kontrollen außerdem, indem sie die Hoheitsgewässer der Norweger umschifft: Aus der Barentssee kommend fährt sie trotz längerer Strecke in internationalen Gewässern scharf entlang der Grenze der Norwegischen Ausschließlichen Wirtschaftzone. Dort darf Norwegen nicht prüfen.

Greenpeace fordert deshalb internationale Abkommen gegen eine illegale, undokumentierte und unregulierte Fischerei (IUU). Die lokalen Hafenbehörden müssen die Möglichkeit bekommen, hart durchzugreifen und Übeltäter festzunehmen. Das Greenpeace-Schiff Arctic Sunrise kämpft derzeit in der Nordsee gegen Piratenfischerei. Der Einsatz ist Teil der SOS-Weltmeer-Tour, mit der Greenpeace die Wunder und die Bedrohungen der Weltmeere zeigt. Ziel ist ein weltweites Netzwerk von Meeresschutzgebieten.

Mehr zum Thema

Lemon Shark in French Polynesia

Sieben Tipps zum Meeresschutz

  • 29.09.2022

Meere gehören zu den artenreichsten Lebensräumen der Erde. Sieben Tipps, wie wir zum Schutz der Meere beitragen können.

mehr erfahren
Blauhai im Wasser

Haie kämpfen ums Überleben

  • 22.09.2022

Beim Schwertfischfang wird vier Mal mehr Hai gefangen als Schwertfisch. Das deckt ein neuer Greenpeace-Report auf. Er zeigt: Unsere Meere brauchen einen globalen Schutzvertrag

mehr erfahren
Protest against Shell's Seismic Blasting Plans in South Africa

Ölerkundung vor Südafrika rechtswidrig

  • 02.09.2022

Erfolg für den Meeresschutz: Shell darf vor der afrikanischen Wild Coast keine Schall-Untersuchungen durchführen.

mehr erfahren
Family Day in Hamburg

Familientag in Hamburg

  • 01.09.2022

Am 27. August trafen der Hamburger Familientag und der Tiefsee-Aktionstag aufeinander.

mehr erfahren
Baitball on Ningaloo Reef

Höchste Zeit für Hochseeschutz

  • 26.08.2022

Nur ein Hundertstel der Hohen See ist geschützt. Die UN verlangt mehr Meeresschutz und erarbeitet darum ein internationales Abkommen. Doch dessen Abschluss vertagt sich immer wieder.

mehr erfahren
"No Deep Sea Mining" – Action in Rotterdam

Tiefsee-Arten vom Aussterben bedroht

  • 12.05.2022

Die Artenvielfalt in der Tiefsee ist bedroht – doch statt sie stärker zu stützen, soll bald in der Tiefe Bergbau betrieben werden. Dagegen protestiert Greenpeace in Rotterdam.

mehr erfahren