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Minkewal  (Balaenoptera acutorostrata) am Great Barrier Reef/Australien
© Doug Perrine / Greenpeace

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Wie die meisten Bartenwale ernährt er sich hauptsächlich von Krill. Japans Behauptung, der Minkewal sei für die Rückgänge der Fischbestände im Südpolarmeer verantwortlich, entbehrt daher jeglicher Grundlage. Zur Nahrungsaufnahme schluckt der Wal riesige Mengen Wasser, die er in seinem Mundraum speichert und anschließend durch die Barten wieder auspresst. Die Nahrung bleibt dabei an den Barten hängen.

Die eleganten Schwimmer gehören zu den am besten zu beobachtenden Walen. Das liegt zum einen an ihrem aufgeweckten, neugierigen Gemüt: Ohne Scheu nähern sie sich Schiffen und auch Tauchern, um dann neben ihnen her zu schwimmen. Zum anderen liegt es auch daran, dass diese Wale außerordentlich springfreudig sind. Jemand, der einmal gesehen hat, wie ein Minkewal mit seinem ganzen Körper aus dem Wasser schnellt und wieder in den Fluten verschwindet, wird dieses Bild so schnell nicht vergessen.

In Australien konnte der kalifornische Ökologe Jason Gedamke die Lautäußerungen einer besonders zutraulichen Gruppe Zwergwale aufnehmen. Das Ergebnis war verblüffend: Die Gesänge der Zwergwale klangen wie von einer anderen Welt, seltsam synthetisch, als würde man auf ein Ölfass schlagen, so Gedamke. Der Forscher gab den Klängen daher den Namen Star Wars-Vokalisation.

Zunächst stand der Minkewal überhaupt nicht auf der Abschussliste der Walfänger. Die Jagd auf die größeren Blau- und Finnwale war wesentlich rentabler. Erst als diese in den Sechzigerjahren des letzten Jahrhunderts an der Schwelle zur Ausrottung standen, wich man auf ihre kleineren Meereskollegen aus. 935 Minkewale hat das japanische Institut für Walforschung für dieses Jahr zum Abschuss freigegeben. Auch Norwegen hat die Walfangquote weiter erhöht und eine Quote von 1052 Tieren vorgegeben.

Dass die Minkewalbestände durch das Moratorium der IWC geschützt sind, stört die Walfänger nicht. Die Japaner nutzen eine Ausnahmeklausel und bezeichnen ihre Waljagd als wissenschaftliche Forschungsarbeit. Dass die Annahme, tote Tiere ließen sich besser erforschen als lebendige, absurd ist, beweist unter anderem die Arbeit Gedamkes. Mit Hilfe eines Katalogs aus Wallauten kann er Minkewale nun über große Entfernungen hinweg orten.

Die Bestände sind aber nicht nur durch den Walfang, sondern auch durch die Verschmutzung der Meere gefährdet. Vor allem Jungtiere gehen an der Vergiftung durch Chemikalien zu Grunde. Den Tieren macht außerdem der Schiffslärm zu schaffen, weil sie sich auf ihr sensibles Gehör verlassen müssen, um zu navigieren und miteinander zu kommunizieren.

(Autor: Benjamin Borgerding)

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