Skip to main content
Jetzt spenden

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Nach zwei Wochen Fahrt zeigt sich: Etwa 80 Prozent der verdächtigen Fangflotten in der Ausschließlichen Wirtschaftszone Mikronesiens machen falsche Angaben über Fangmengen und Fangzeitdauer. Allein die Größe des Pazifiks und die stets zunehmende Zahl der fremden Fischerboote in der Region macht die Kontrollen zur Herausforderung, sagt Lagi Toribau, Meeresexpertin von Greenpeace an Bord der Esperanza. Zusammen mit den Problemen der technischen Überwachung und den wenigen zur Verfügung stehenden Ressourcen, wird klar, warum der Pazifik ein Brennpunkt für illegale Machenschaften ist.

Bereits jetzt gelten die Bestände des Gelbflossen- und des Großaugentunfisches im westlichen und zentralen Pazifik als überfischt. Werden die Fanquoten nicht drastisch gesenkt, brechen sie innerhalb von drei Jahren komplett zusammen, so Toribau. Der Grund: Zahlreiche Fernflotten, beispielsweise aus Europa, gehen in der Region auf Fischfang. Für die Lizenzen zahlen sie im Durchschnitt jedoch nur fünf Prozent dessen, was der Fisch auf dem Weltmarkt wert ist, an die Inselstaaten. Etwa 15 Prozent des gesamten Fischfangs werden zudem illegal gefangen, sodass ein finanzieller Ausgleich gänzlich fehlt.

Die Ergebnisse der Dokumentation wird Greenpeace Anfang Oktober bei einem Treffen des Technischen Prüfungsausschusses des regionalen Fischereiabkommens Western and Central Pacific Fishery Comission in Brisbane einreichen. Das Abkommen besteht seit 2004 und soll die Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Bewirtschaftung - vor allem des Tunfisches - sichern. Bislang blieben jedoch effektive Maßnahmen aus. Greenpeace fordert deshalb von den Mitgliedern der Kommission strengere Regeln im Umgang mit Piratenfischern, vor allem aber die Reduzierung der Fangtätigkeit auf See um 20 Prozent.

Jährlich wird Fisch im Wert von neun Milliarden US-Dollar auf illegale Weise gefangen. Toribau: Die Verbraucher in Japan, den USA, Europa, Korea und Taiwan wissen nicht, dass sie möglicherweise gestohlenen oder bedrohten Fisch essen, von dem die Existenz vieler Menschen im Pazifik abhängt.

Auch in den kommenden fünf Wochen wird die Esperanza den Spuren der Piratenfischer folgen, dann jedoch mit kiribatischen Beamten an Bord. Den illegalen Fischfang in der Nord-und Ostsee dokumentiert derzeit das Greenpeace-Schiff Arctic Sunrise.

(Autorin: Cindy Roitsch)

Mehr zum Thema

Blauhai im Wasser

Haie kämpfen ums Überleben

  • 22.09.2022

Beim Schwertfischfang wird vier Mal mehr Hai gefangen als Schwertfisch. Das deckt ein neuer Greenpeace-Report auf. Er zeigt: Unsere Meere brauchen einen globalen Schutzvertrag

mehr erfahren
Protest against Shell's Seismic Blasting Plans in South Africa

Ölerkundung vor Südafrika rechtswidrig

  • 02.09.2022

Erfolg für den Meeresschutz: Shell darf vor der afrikanischen Wild Coast keine Schall-Untersuchungen durchführen.

mehr erfahren
Family Day in Hamburg

Familientag in Hamburg

  • 01.09.2022

Am 27. August trafen der Hamburger Familientag und der Tiefsee-Aktionstag aufeinander.

mehr erfahren
Baitball on Ningaloo Reef

Höchste Zeit für Hochseeschutz

  • 26.08.2022

Nur ein Hundertstel der Hohen See ist geschützt. Die UN verlangt mehr Meeresschutz und erarbeitet darum ein internationales Abkommen. Doch dessen Abschluss vertagt sich immer wieder.

mehr erfahren
"No Deep Sea Mining" – Action in Rotterdam

Tiefsee-Arten vom Aussterben bedroht

  • 12.05.2022

Die Artenvielfalt in der Tiefsee ist bedroht – doch statt sie stärker zu stützen, soll bald in der Tiefe Bergbau betrieben werden. Dagegen protestiert Greenpeace in Rotterdam.

mehr erfahren
Eine stattliche Tristan Languste auf einem der Hänge des Tiefseebergs Vema, der mit Algen, Weichkorallen, Hydroiden, Bryozoen (Moostieren) und bunten Schwämmen bedeckt ist.

Tiefseeberg Vema: Artenvielfalt im Atlantik

  • 21.04.2022

Das Greenpeace-Aktionsschiff Arctic Sunrise hat bei einer Expedition zum Tiefseeberg Vema große Artenvielfalt und überraschende Forschungsergebnisse entdeckt.

mehr erfahren