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22.12. Aktion gegen Walfänger

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Die Esperanza ist das schnellste Schiff der Greenpeace-Flotte und speziell ausgerüstet, um genau diese Verfolgung aufzunehmen. Mit dem Fabrikschiff der Japaner hält die Esperanza ohne Probleme mit. Sobald die japanische Flotte sich wieder anschickt, Wale zu töten, werden auch die Schlauchboote der Esperanza wieder im Wasser sein und die illegale Waljagd stören.

Greenpeace-Walexperte Shane Rattenbury an Bord der Esperanza freut sich: Die Flotte hat ihre Walfangformation aufgelöst und fährt momentan mit hoher Geschwindigkeit nach Norden. Mit jedem Tag, den die japanische Flotte vor uns davonzufahren versucht, werden einige Wale mehr am Leben bleiben.

Beschwerde über gefährliche Manöver

Greenpeace prüft zurzeit außerdem eine formale Beschwerde bei der International Maritime Organization (IMO) über das Rammen der Esperanza durch das japanische Walfangschiff Kyo Maru. Nach Regel 13 der IMO über das Verhindern von Kollisionen auf See darf ein überholendes Schiff nicht den Kurs des überholten Schiffes kreuzen. Genau das tat jedoch die Kyo Maru am Mittwoch und touchierte die Esperanza zwei Mal.

Die japanische Fischereibehörde, die die Waljagd veranstaltet, behauptete hinterher in einer Presseerklärung, die Kyo Maru sei von Greenpeace gerammt worden. Ein Sprecher der Behörde sagte: Kollisionen würden nicht stattfinden, wenn Greenpeace nicht da wäre. Der genaue Ablauf des Geschehens wurde jedoch von Greenpeace auf Video festgehalten.

Japans Forschungsprogramm unwissenschaftlich

Die neuseeländische Regierung hat unterdessen eine vernichtende Kritik des japanischen Forschungsprogramms veröffentlicht. Die Walexperten Simon Childerhouse, Mike Donoghue und Scott Baker weisen dem Programm diverse wissenschaftliche Mängel nach und argumentieren, dass die Verdoppelung der Abschussquote keinesfalls zu neuen Erkenntnissen über Wale führen werde.

Die Wissenschaftler sagen im Einzelnen, dass

  • die meisten Daten, die Japan sammeln will, nicht benötigt werden um die Walbestände besser kontrollieren zu können
  • viele der Ziele auf unbegründeten oder falschen Annahmen beruhen
  • viele der Fragen bereits auf der Datengrundlage der japanischen Waljagd in den letzte 18 Jahren beantwortet werden können
  • die wenigen Ziele, die tatsächliche Relevanz für die Kontrolle von Walbeständen haben, besser durch nicht-tödliche Methoden zu erreichen sind
  • ernsthafte Bedenken bestehen über die Auswirkungen der geplanten Abschüsse auf geschützte Arten, für die keine Bestandszahlen existieren
  • die geplanten Abschüsse in der von der IWC vereinbarten Walschutzzone im Südlichen Ozean erfolgen sollen, die ausdrücklich eingerichtet wurde, um die Forschung an Walen und ihren Beständen zu erlauben, ohne sie zu töten.

Mit diesem Forschungsprogramm will Japan die Quote der getöteten Wale verdoppeln. Diese Wale sollen innerhalb des Walschutzgebiets im Südlichen Ozean getötet werden und damit weit außerhalb der territorialen Gewässer Japans. Für ein solches Programm sollte jede Nation wenigstens eine gute wissenschaftliche Begründung vorweisen können. Japan kann das nicht, kommentierte der neuseeländische Umweltminister Chris Carter die Ergebnisse.

In Australien steigt unterdessen der Druck auf die Regierung, eines der Walfangschiffe, das sich mit einem kranken Crewmitglied auf dem Weg nach Hobart befindet und dort am Samstag ankommen soll, nicht wieder in die Antarktis zurückfahren zu lassen. Greenpeace schlug der australischen Regierung vor, die Keiko Maru durch rigorose und zeitaufwändige Kontrollen am Wiederauslaufen zu hindern.

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