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Bereits letzte Woche nahm jedes der drei isländischen Walfangschiffe einen der kleinen Bartenwale unter Beschuss und tötete ihn. Damit ist die diesjährige Saison eingeläutet. Island beruft sich auf eine Klausel im bestehenden Walfangverbot, mit der der Fang einiger Wale zu Untersuchungszwecken erlaubt ist.

Tatsächlich hoffte man in Island aber auf den Export nach Japan. Dort gilt Walfleisch nach wie vor als Delikatesse und ist teuer. Sollte der Export gesichert sein, sprachen die Isländer in den letzten Jahren davon, die Fangquote sogar auf 250 Meeressäuger zu erhöhen.

Da Island einen formellen Einspruch gegen das bestehende Handelsverbot des Washingtoner Artenschutzabkommens eingelegt hat - dieses reguliert den Handel mit gefährdeten Arten -, könnte es Walfleisch exportieren. Doch das Fleisch findet keinen Absatz. So hat Japan Importe aus Norwegen wegen der hohen Schadstoffbelastung des Walspecks mit Schwermetallen und anderen Giftstoffen zurückgewiesen. Japan zeigt sich auch nicht an isländischem Walfleisch interessiert. Zudem existiert im eigenen Land ebenfalls kein Absatzmarkt.

Dafür schadet der Walfang in Island dem Tourismus. Allein 2004 buchten 80.000 Touristen Whale-Watching-Touren. Whale-Watching ist in den vergangenen Jahren immer populärer geworden und viele potenzielle Reisende reagieren befremdet auf die Information, dass Island Wale tötet. Selbst das Gros der Bevölkerung steht nicht mehr hinter der harten Haltung der Regierung zum Walfang.

Das ist auch der Arbeit von Greenpeace zu verdanken. Zusammen mit dem Whale-Watching-Verband wurde wichtige Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit geleistet und die Bevölkerung zunehmend für das Thema sensibilisiert.

Im Zuge der Quotenausweisung hat der Fischereiminister indirekt angedeutet, das Island seine Walfangpolitik korrigieren müsse. Für alle Walfreundinnen und Freunde ist es ein Hoffnungszeichen, wenn auch nur ein kleines.

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