Skip to main content
Jetzt spenden
Einer der Natursteine, die Greenpeace im Sylter Außenriff versenkt wurden, August 2008.
Bente Stachowske / Greenpeace

Sand- und Kiesabbaufirma fordert Schadensersatz wegen versenkter Steine vor Sylt

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Dennoch wird in dem Gebiet Grundschleppnetzfischerei betrieben und der Meeresboden zerstört. Erst durch den Einsatz der Aktivisten wurde ein Teil des Gebiets wirkungsvoll geschützt. Insgesamt wurden 320 Steine versenkt, von denen sieben in einen Bereich fielen, der von der Firma als ein Abbaugebiet beansprucht wird.

Nicht der Umweltschutz, sondern die Zerstörer des Schutzgebietes gehören vor Gericht, sagt Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack. Das Unternehmen OAM-Deme-Materialien schädigt mit seinem Sand- und Kiesabbau massiv das Meeresökosystem. Bei dem Abbau werden täglich im gesamten Sylter Außenriff Millionen Meeresorganismen getötet. Obwohl seit Sommer 2007 kein Sand und Kies in dem einen besagten Gebiet gefördert wurde und die Verlängerung der entsprechenden Erlaubnis bis heute nicht erfolgt ist, klagt die Firma jetzt auf Schadensersatz wegen des Versenkens von sieben Natursteinen. Das ist absurd. OAM-Deme-Mineralien mit Hauptsitz in Hamburg ist eine der größten Sand- und Kiesförderfirmen Deutschlands. Sie beliefert viele regionale Großbaustellen wie die der Elbphilharmonie.

Die Steine ermöglichen ein vielfältiges Leben

Ein Jahr nach der Versenkung der Steine hat die Auswertung eines unabhängigen Gutachterbüros ergeben, dass die Steine die Artenvielfalt vor zerstörerischen Fischereimethoden schützen. Seenelken und Moostierchen siedeln sich an, Butterfisch und Zwergbutt wird Nahrung und Schutz geboten, Tintenfische legen hier ihren Laich ab. Im Außenriff können sich Schollen und Seezungen erholen und zukünftig außerhalb des Schutzgebietes wieder vermehrt gefangen werden. Selbst die Bundesregierung hat am 26.6.2009 nach umfassender fachlicher Prüfung festgestellt, dass durch die versenkten Steine kein Umweltschaden verursacht wurde.

Die Bundesregierung ergreift keine wirksamen Maßnahmen für das Meeresschutzgebiet

Das Sylter Außenriff ist eines der seltenen Steinriffe in der Nordsee. Obwohl das 5300 Quadratkilometer große Gebiet vor Sylt und Amrum schon vor fünf Jahren als europäisches Meeresschutzgebiet ausgewiesen wurde, darf dort der Meeresboden abgetragen werden. Bis heute hat die Bundesregierung keine Maßnahmen ergriffen, um das als Natura-2000-Schutzgebiet gemeldete Sylter Außenriff zu sichern. Die Greenpeace-Schutzmaßnahme wurde als illegal bezeichnet und verboten. Die schwedische Regierung erkennt hingegen den Nutzen von Natursteinen zum Schutz des Meeres an. Mit Billigung der schwedischen Regierung hat Greenpeace schwedischen Küstengewässern im August dieses Jahres über 100 Steine versenkt, um sie vor der zerstörerischen Fischerei zu schützen.

Mehr zum Thema

Aktivist:innen auf der Beluga II im Hafen von Nexø, Bornholm

Greenpeace-Aktivist:innen untersuchen Folgen der Pipeline-Explosionen

  • 24.11.2022

Welche Auswirkungen haben die Explosionen an den Nord-Stream-Pipelines auf die Umwelt? Greenpeace-Aktive nehmen Proben, ein Bericht von Expeditionsleiterin Nina Noelle.

mehr erfahren
Schweinswal taucht aus dem Meer auf

Interview: Schweinswalschutz ist Klimaschutz

  • 15.11.2022

Wie geht Klimaschutz ohne Artenschutz? Gar nicht, sagen Greenpeace-Expertinnen Franziska Saalmann und Sandra Hieke anlässlich der Klimakonferenz COP27, auf der es heute auch um Artenschutz geht.

mehr erfahren
Lichterumzug Meeresleuchten

Aktion Meeresleuchten!

  • 13.11.2022

Lichtermeer für die Tiefsee: Am 12. November zogen 250 kleine und große Menschen durch die Hamburger HafenCity, um mit selbstgebastelten Laternen für den Schutz der Tiefsee zu demonstrieren.

mehr erfahren
Tiefseekrake Casper auf Meeresgrund

Hoffnung für Artenschutz in der Tiefsee

  • 12.11.2022

Bewegung auf internationaler Ebene: Einige Länder setzen sich gegen den Beginn des Tiefseebergbaus ein, darunter Deutschland.

mehr erfahren
Adeliepinguine in der Antarktis

Hängepartie fürs ewige Eis

  • 08.11.2022

Die Antarktis-Kommission CCAMLR versagt wieder beim Antarktis-Schutz.

mehr erfahren
Lemon Shark in French Polynesia

Sieben Tipps zum Meeresschutz

  • 29.09.2022

Meere gehören zu den artenreichsten Lebensräumen der Erde. Sieben Tipps, wie wir zum Schutz der Meere beitragen können.

mehr erfahren