Skip to main content
Jetzt spenden

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Greenpeace hatte den Antrag Australiens, den Schwarzen Seehecht mit Handelsbeschränkungen zu belegen, besonders unterstützt, denn der als Delikatesse geltende Fisch ist durch Überfischung stark in seinem Bestand bedroht. Unter dem Druck der Fischereilobby zog die australische Regierung ihren Antrag im Laufe der Konferenz jedoch zurück - er hatte keine Aussicht auf Erfolg.

Der internationale Handel mit dem Schwarzen Seehecht, kommentiert Greenpeace-Artenschutzexpertin Andrea Cederquist, forciert eine goldrauschartige Seehechtfischerei im gesamten Südpolarmeer und hat das Ausmaß des illegalen Handels und der Piratenfischerei extrem gesteigert.

Die derzeitigen Fangzahlen bedeuten eine ernsthafte Existenzbedrohung für den Fisch, der unter diversen Handelsnamen vermarktet wird. Traurige Begleiterscheinung der illegalen Langleinen-Fischerei: Tausende Seevögel - darunter bedrohte Albatros-Arten - fallen ihr als Beifang zum Opfer. 2000/2001 waren es rund 90.000 Tiere. Sie verheddern sich in den Leinen und ertrinken.

Als historischen Moment für den Urwald in Süd- und Mittelamerika und die dort lebenden Arten begrüßt Andrea Cederquist dagegen die Hochlistung von Mahagoni auf Anhang II des Artenschutzabkommens. Das ist ein erster Schritt für eine verbesserte Kontrolle des Holzhandels und ein klares Signal gegen die Mahagoni-Mafia. Zudem werden durch die CITES-Entscheidung einheimische Iniativen für einen nachhaltigen Mahagoni-Handel unterstützt.

Ebenso erfreulich ist, dass Japan sich mit seiner Forderung nach einer Aufhebung des absoluten Handelsverbotes für Minke- und Brydewale nicht durchsetzen konnte. Die Diskussion hat gezeigt, dass die Delegierten sich nicht auf den Abstimmungshandel der japanischen Regierung einlassen und das bestehende Walfangmoratorium untergraben wollen, sagt Cederquist. Japan selber kümmert sich weder um die Beschlüsse der CITES noch der IWC (Internationale Walfang-Kommission). Auf japanischen Märkten werden auch weiterhin illegale Walprodukte gehandelt.

Für eine Überraschung sorgten die Delegierten am letzten Tag der Konferenz: Völlig unerwartet stimmten sie doch noch für die Aufnahme des Walhais und des Schwarzmeer-Delfins

in Anhang II des Abkommens - eine Entscheidung, auf die Artenschützer nicht mehr zu hoffen gewagt hatten. Und eine Überlebenschance für den kleinen Tümmler und den größten Fisch der Welt. (sit)

Mehr zum Thema

Blauhai im Wasser

Haie kämpfen ums Überleben

  • 22.09.2022

Beim Schwertfischfang wird vier Mal mehr Hai gefangen als Schwertfisch. Das deckt ein neuer Greenpeace-Report auf. Er zeigt: Unsere Meere brauchen einen globalen Schutzvertrag

mehr erfahren
Protest against Shell's Seismic Blasting Plans in South Africa

Ölerkundung vor Südafrika rechtswidrig

  • 02.09.2022

Erfolg für den Meeresschutz: Shell darf vor der afrikanischen Wild Coast keine Schall-Untersuchungen durchführen.

mehr erfahren
Family Day in Hamburg

Familientag in Hamburg

  • 01.09.2022

Am 27. August trafen der Hamburger Familientag und der Tiefsee-Aktionstag aufeinander.

mehr erfahren
Baitball on Ningaloo Reef

Höchste Zeit für Hochseeschutz

  • 26.08.2022

Nur ein Hundertstel der Hohen See ist geschützt. Die UN verlangt mehr Meeresschutz und erarbeitet darum ein internationales Abkommen. Doch dessen Abschluss vertagt sich immer wieder.

mehr erfahren
"No Deep Sea Mining" – Action in Rotterdam

Tiefsee-Arten vom Aussterben bedroht

  • 12.05.2022

Die Artenvielfalt in der Tiefsee ist bedroht – doch statt sie stärker zu stützen, soll bald in der Tiefe Bergbau betrieben werden. Dagegen protestiert Greenpeace in Rotterdam.

mehr erfahren
Eine stattliche Tristan Languste auf einem der Hänge des Tiefseebergs Vema, der mit Algen, Weichkorallen, Hydroiden, Bryozoen (Moostieren) und bunten Schwämmen bedeckt ist.

Tiefseeberg Vema: Artenvielfalt im Atlantik

  • 21.04.2022

Das Greenpeace-Aktionsschiff Arctic Sunrise hat bei einer Expedition zum Tiefseeberg Vema große Artenvielfalt und überraschende Forschungsergebnisse entdeckt.

mehr erfahren