Skip to main content
Jetzt spenden
BerlinBesuchBUMPostkarten

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Um den Vertretern Deutschlands noch einmal für die Verhandlungen den Rücken zu stärken, sind am Freitag Greenpeace-Aktivisten mit der parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Astrid Klug, zusammengetroffen. Bei dem Treffen in Berlin überreichten die Greenpeacer aller Altersgruppen mehr als 16.000 Postkarten mit rund 20.000 Unterschriften. Die Unterzeichner fordern Bundeskanzlerin Merkel auf, sich für eine starke EU-Meeresstrategie-Richtlinie einzusetzen.

Diese beachtliche Zahl an Protestpostkarten wurde seit August in 50 verschiedenen Städten zusammengetragen. Dafür haben Kinder aus den Greenteams, Mitglieder der Greenpeace-Jugendgruppen sowie Erwachsene aus den Greenpeace-Gruppen und aus dem Team50plus mit 20.000 Menschen gesprochen und sie von der Notwendigkeit des Meeresschutzes überzeugt. Jede dieser Altersgruppen ist deshalb bei dem Treffen in Berlin vertreten.

Ich habe früher in Kiel an der Ostsee gelebt, sagt Peter Dreller aus dem Team50plus Hamburg. Da konnten wir noch vom Anleger in zwei, drei Metern Tiefe die Fische und Krebse am Grund sehen. Ich möchte, dass die zukünftigen Generationen auch noch wissen, wie ein Fisch aussieht. Wie wirkungsvoll Schutzmaßnahmen sein können, erlebe ich heute in Hamburg. Die Elbe, die vor Jahren beinahe tot war, sieht heute ganz anders aus. Sie ist sauberer und beherbergt wieder Leben.{image_r}

Die 13-jährige Maike Kintzel aus dem Berliner Greenteam will nicht einfach hinnehmen, dass Jahr für Jahr tote Delfine an den EU-Küsten angespült werden. Ich bin total gern am Meer und bade dort. Ich will, dass es auch den Tieren im Meer gut geht. Dabei denke ich nicht nur an die Fische, sondern zum Beispiel auch an die Robbenbabys.

Alle Greenpeace-Aktivisten haben sich vorgenommen, der Staatssekretärin richtig auf den Zahn zu fühlen. Auf Fragen wie: Essen Sie Fisch und wenn ja, welchen? bis hin zu: Sehen Sie Potenzial für einen Alleingang Deutschlands im Meeresschutz? muss Astrid Klug eine Antwort finden.

Gerade die letztgenannte Frage sei der Erwägung wert, sagt Stefanie Werner, Meeresbiologin von Greenpeace. Sie unterstreicht die Wichtigkeit der deutschen Delegation bei dem Umweltministertreffen in Brüssel: Deutschland hat sich bislang für eine starke Meeresstrategie-Richtlinie innerhalb der EU engagiert. Nun droht daraus durch Interventionen von England, den Niederlanden, Frankreich, Griechenland, Dänemark, Slowenien, Malta und Portugal eine Farce zu werden. Deutschland muss sich bei der Ratssitzung am Montag dafür einsetzen, dass die Meeresstrategie-Richtlinie bindende Zielsetzungen enthält und sich nicht in schwammigen unkonkreten Formulierungen erschöpft.

Die EU-Mitgliedsstaaten müssen gesetzlich dazu verpflichtet werden, bis 2021 einen guten Umwelt-Erhaltungszustand zu erreichen. Das ist nur mit großflächigen Schutzgebieten zu schaffen, wie sie in der Konvention der biologischen Vielfalt (CBD) vorgesehen sind.

Dass gerade daraus für Deutschland eine doppelte Verantwortung erwächst, erklärt Stefanie Werner: Deutschland ist nicht nur das Gastgeberland der Konvention der biologischen Vielfalt (CBD) 2008, sondern hat im ersten Halbjahr 2007 zudem die EU-Ratspräsidentschaft inne. Damit ergibt sich eine große Verantwortung im Prozess der Verabschiedung der Meeresstrategie-Richtlinie. Durch diese muss die Umsetzung der in der CBD beschlossenen Schutzgebiete für europäische Gewässer eingefordert werden!

  • team50plus ocean defenders

    team50plus ocean defenders

    Überspringe die Bildergalerie
Ende der Gallerie

Mehr zum Thema

Zwei Zügelpinguine in der Antarktis

Naturparadies Antarktis

  • 07.01.2022

Die Antarktis ist ein extremer Lebensraum mit einzigartiger Flora und Fauna. Greenpeace untersucht auf einer neuen Expedition die Folgen der Klimakrise und schützenswerte Lebewesen am Meeresgrund.

mehr erfahren
Meeresschildkrötenbaby im Plastikbecher am Strand auf Sumatra

Plastik im Meer

  • 06.01.2022

Jede Minute gelangt auf der ganzen Welt Plastik in der Größe einer Müllwagenladung in die Ozeane. Die Weltmeere leiden zunehmend darunter – sie sind zur Mülldeponie geworden.

mehr erfahren
"No Deep Sea Mining" – Greenpeace-Aktion in Rotterdam

Tiefsee-Arten vom Aussterben bedroht

  • 10.12.2021

Die Artenvielfalt in der Tiefsee ist bedroht – doch statt sie stärker zu stützen, soll bald in der Tiefe Bergbau betrieben werden. Dagegen protestiert Greenpeace in Rotterdam.

mehr erfahren
Adeliepinguine in der Antarktis

Hängepartie fürs ewige Eis

  • 29.10.2021

Die Antarktis-Kommission CCAMLR versagt wieder beim Antarktis-Schutz.

mehr erfahren
"Prestige" oil spill

Verschmutzung

  • 06.10.2021

Die Weltbevölkerung bis zum Jahr 2050 auf etwa zwölf Milliarden Menschen ansteigen. Damit Landwirtschaft und Industrie sie ausreichend versorgen können, wird sich der Druck auf Küstengebiete erhöhen.

mehr erfahren

Kein Goldrausch im Ozean!

  • 16.05.2021

Erste Pilotversuche zum Abbau von Manganknollen im Ozean sind abgeschlossen. Doch Tiefseebergbau ist eine massive Bedrohung für unsere Ozeane.

mehr erfahren