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Zunächst sollen die so genannten Beifänge durch eine sofortige beschränkte Verwendung von Treibnetzen in der Ostsee bis hin zum völligen Verbot ab Januar 2007 verringert werden. Außerdem wird es in allen EU-Gewässern obligatorisch, akustische Signalgeber an Stellnetzen und Schiffen zu befestigen. Durch diese so genannten Pinger sollen die Wale verscheucht werden.

Der zweite Schritt schließt die Beobachtung der Walbeifänge ein, um ein besseres Verständnis der Beifangursachen sowie eine bessere Abschätzung der Walpopulationen zu erreichen. Der Vorschlag wird nun an den Rat und das Europäische Parlament weitergeleitet.

Greepeace begrüßt die Vorschläge aus Brüssel. Greenpeace-Meeresexperte Thilo Maack gibt jedoch zu bedenken: Der Einsatz von Pingern ist nur eine Übergangslösung. Zwar könnten zunächst viele Schweinswale vor dem elenden Tod durch Ertrinken gerettet werden, aber auf Dauer führt der Einsatz zu einer ständigen Lärmbelästigung. Da die Signalgeber wohl vor allem in Gebieten anzutreffen sind, die sich durch Fischreichtum auszeichnen, würden die Wale auf lange Sicht aus ihren wichtigsten Nahrungsgebieten vertrieben. Deswegen muss der Einsatz der Pinger strikt überwacht und begrenzt werden und die Fischer müssen auf Fischfangmethoden ausweichen, die für die Wale ungefährlich sind.

Maack verspricht sich ebenso wie die EU-Kommission von Beobachtern an Bord der Fangschiffe einen deutlichen Zuwachs an wichtigen Informationen. Sie könnten dazu beitragen, dass möglichst schnell neue Fangmethoden entwickelt werden, die effizient die Walbestände schonen. Bis wir soweit sind, werden leider noch viele Kleinwale in den europäischen Fischernetzen verenden, warnt Maack. Deshalb stehen nun die EU-Mitgliedstaaten in der Pflicht, die Schutzmaßnahmen schnellstmöglich umzusetzen. (mir)

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