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Hamburg (us) - Greenpeace-Aktivisten sind weiterhin im Ärmelkanal unterwegs, um Delfine vor dem Tod durch Schleppnetze zu bewahren. Am Dienstag haben sich Schwimmer von Greenpeace vor zwei französischen Gespann-Fischtrawlern in die Fluten gestürzt, um diese zu stoppen. Bei der Gespann-Fischerei werden riesige Netze zwischen zwei Booten durchs Meer gezogen. Viele Delfine verfangen sich in den Netzen und ersticken qualvoll.

Von Bord des Greenpeace-Schiffes "Esperanza" hatten die Umweltschützer die ganze Nacht hindurch insgesamt 16 Schiffe beobachtet und deren Fischfang dokumentiert. Die Schiffe stammen überwiegend aus Frankreich. Am Morgen fanden die Greenpeacer einen tot an der Oberfläche treibenden Delfin, der die typischen schweren Verletzungen durch Schleppnetze zeigte.

"Das sinnlose Delfinsterben muss sofort aufhören", sagt Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack an Bord der Esperanza. "Der EU-Fischereikommissar muss seinen vollmundigen Ankündigungen gerecht werden und die Wolfsbarschfischerei stoppen. Sonst sind die Delfine im Ärmelkanal schon bald vollständig verschwunden."

Fischereikommissar Joe Borg hatte erst in der vergangenen Woche konsequente Schritte zum Schutz der Meeresumwelt angekündigt. Höchste Zeit, denn im Ärmelkanal ertrinken nach Schätzungen englischer Wissenschaftler jährlich mehr als 2000 Delfine qualvoll in den Fischernetzen.

Damit ist das Überleben des Delfinbestandes ernsthaft gefährdet. Denn laut Untersuchungen von Meeresbiologen der "Whale and Dolphin Conservation Society" (WDCS), die sich auch an Bord der Esperanza befinden, leben im Ärmelkanal nur noch etwa 9700 Delfine.

Greenpeace hat in Großbritannien wegen des Delfinsterbens einen Rechtsstreit gegen die englische Regierung angestrengt. Delfine müssen nach europäischem Recht von den EU-Mitgliedsländern geschützt werden. Trotzdem ist die Gespann-Fischerei in britischen Gewässern nach wie vor erlaubt - nach Ansicht von Greenpeace ein klarer Rechtsbruch, der jetzt vor dem britischen Gerichtshof verhandelt wird.

Die Gespann-Fischer fangen Wolfsbarsch, auch Loup de Mer genannt. Er ist in Deutschland ein beliebter Speisefisch. Was bei uns auf den Tisch kommt, stammt allerdings aus Fischfarmen am Mittelmeer und wird nicht wild gefangen.

Auch in den nächsten Wochen wird die "Esperanza" in den Gewässern zwischen Frankreich und den britischen Inseln kreuzen, um der Forderung nach einer Einstellung der Wolfsbarschfischerei Nachdruck zu verleihen. Weltweit sterben in den Netzen jährlich mehr als 300.000 Wale und Delfine.

Auf der Seite unserer britischen Kollegen (http://www.greenpeace.org.uk/oceans/getactive/index.cfm) erfahren Sie (auf Englisch), was Sie gegen das Delfinsterben tun können. Dort finden Sie zum Beispiel die Vorlage für ein Protestfax an den EU-Fischereikommissar Joe Borg.

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