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Vor dem Schiff informieren Mitglieder der Greenpeace-Gruppe aus Flensburg Touristen und Einheimische über den dringend notwendigen Schutz von Nord- und Ostsee. An Bord des 34 Meter langen Motorseglers klärt eine Ausstellung über das Überfischen und Verschmutzen der Meere auf. Und während Kinder Wimpel bedrucken und ein Angelspiel spielen, können sich ihre Eltern aktiv für den Meeresschutz einsetzen.

Sie setzen ihre Unterschrift auf eine der Greenpeace-Listen, die im Anschluss an die bundesweite Tour an die zuständigen Politiker übergeben werden sollen. Die Forderung: 40 Prozent von Nord- und Ostseemüssen unter Schutz gestellt werden.

Am Sonnabend hatte die Beluga II, für die diese Tour ihre Jungfernfahrt darstellt, bereits in Husum angelegt. Rund 700 Interessierte besichtigten das Schiff und besuchten die Ausstellung. Dort konnten sie sich anhand von Exponaten, Bildtafeln und einem Videofilm genauestens über den erschreckenden Zustand der Meere informieren.

Die Nord- und Ostsee sind zu Industriegebieten verkommen, sagt Greenpeace-Sprecher Jürgen Knirsch. Während in den 50er Jahren noch Tunfische von bis zu drei Metern Länge in der Nordsee gefangen werden konnten und die Netze nach kurzer Zeit zum Bersten mit Kabeljau gefüllt waren, sind heute die Netze oft leer.

Damit auch die letzten Fische in die Netze gehen, werden große Grundschleppnetze über den Meeresboden gezogen, erklärt Knirsch. An vielen Schleppnetzen hängen schwere Eisenketten, die die Fische in das Netz scheuchen sollen und dabei den Lebensraum der Tiere völlig zerstören.

Jährlich werden so 2,5 Millionen Tonnen Speisefisch aus der Nordsee geholt, in der Ostsee sind es eine Million Tonnen. Darüber hinaus werden jedes Jahr über 700.000 Tonnen Meerestiere allein in der Nordsee mitgefangen. Verletzt oder tot werden sie einfach über Bord geworfen. Unter diesem so genannten Beifang befinden sich neben Krebsen und Seesternen auch Haie, Rochen und Kleinwale.

Zusätzlich werden Nord- und Ostsee durch Ölabfälle stark belastet. Rund 500 Ölplattformen verschmutzen die Nordsee. In der Ostsee nimmt der Öltransport mit Tankern ständig zu. (mir)

Die Beluga II wird in den kommenden Tagen noch Wittdün auf Amrum, List auf Sylt, Helgoland, Tönning sowie Büsum anlaufen. Die genauenDaten finden Sie im Logbuch. (Flash-Player erforderlich!)

Weitere Informationen zum Meeresschutz bieten wir Ihnen auf unsererSchutzgebiete-Seite. Dort finden Sie auch die Unterschriftenlisten zum Herunterladen und unser Weblog.

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