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Überfischung und Verschmutzung der Ostsee müssen auf die politische Tagesordnung gesetzt werden, sagt Andrea Cederquist, Fischereiexpertin von Greenpeace. Seit Jahren reden Politiker in Berlin und Brüssel davon, dass der Ostsee-Dorsch geschützt werden muss, doch sie haben nicht mal das letzte Laichgebiet dieses Fisches in der Ostsee unter Schutz gestellt. Daran wird erfahrungsgemäß auch das heute in Danzig stattfindende Treffen der Internationalen Ostseefischereikommission (IBSFC) nichts ändern, die die jährliche Quoten für die Ostseefischerei festlegt.

Überfischung, Verschmutzung und stetig zunehmender Schiffsverkehr belasten und gefährden die Ostsee. Mit der Aktionsfahrt unterstreichen die Umweltschützer ihre Forderung nach großflächigen Schutzgebieten, die 40 Prozent von Nord- und Ostsee ausmachen sollen. Für die Ostsee schlägt Greenpeace zehn Schutzgebiete vor, in denen künftig alle zerstörerischen Aktivitäten, wie Fischerei, Öl- und Gasförderung sowie Sand- und Kiesabbau verboten sein sollen. Nur so können die letzten intakten Lebensräume erhalten bleiben und sich die Fischbestände sowie bereits zerstörte Bereiche wieder erholen.

Greenpeace fordert für die Region rund um die dänische Insel Bornholm das Schutzgebiet Zentrale Ostsee, wo das letzte Laichgebiet für den Dorsch liegt. Nur im Bornholm Tief gibt es für den Fischlaich des Dorsches noch ausreichend sauerstoffhaltiges Wasser. Während der Laichzeit wandert der Dorsch in größere Tiefen ab, wo salzreicheres und schwereres, die Eier tragendes Wasser zu finden ist. Fehlt in der Tiefe jedoch Sauerstoff, sterben sämtliche Dorscheier ab.

Auf Bornholm sucht Greenpeace über das Wochenende das Gespräch mit den Fischern, um auf die Dringlichkeit der Schutzgebiete in der Ostsee hinzuweisen. Wenn die Fischer auch künftig etwas fangen und verkaufen wollen, brauchen sie gesunde Meere mit großen Fischbeständen. Schutzgebiete sorgen dafür, dass sich Bestände erholen können und so auch morgen noch genügend Fisch im Netz landet, erklärt Andrea Cederquist.

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