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Die Aktion beginnt um acht Uhr morgens. Zunächst eine vergebliche Aufforderung an den Kapitän der Friendship, die Doggerbank zu verlassen. Dann lassen die Greenpeacer eine große Boje zu Wasser und befestigen sie an der Schlepptrosse des Netzes. Drei Aktivisten halten sich auf dem Schwimmkörper fest.

Die Boje bringt das Schleppnetz in ein Ungleichgewicht. Würde es jetzt abgesenkt, so gerieten Seile und Maschen durcheinander. Entsprechend verärgert reagieren die Fischer: Sie feuern Leuchtraketen auf die Aktivisten ab.

Die Doggerbank, mitten in der Nordsee gelegen, gehörte einst zu den artenreichsten Seegebieten. Heute ist sie nahezu leergefischt. Bei der hier üblichen Fangmethode mit schweren Grundschleppnetzen und Baumkurren wird der Meeresboden regelrecht umgepflügt. Die verwendeten Eisenketten schlagen selbst den harten Panzer von großen Taschenkrebsen auf.

Um der Zerstörung Einhalt zu gebieten, fordert Greenpeace die Einrichtung einer Schutzzone Doggerbank. Eine Forderung, die nach Meinung der Greenpeace-Meeresexpertin Iris Menn auch im Interesse der Fischer sein müsste.

Wenn die Fischer so weitermachen wie bisher, wird die Nordsee komplett zerstört, sagt Menn. Die einzigartigen Lebensräume von Nord- und Ostsee müssen endlich geschützt werden. Nur durch Schutzgebiete werden sich die Fischbestände erholen können. Und nur so werden Fischer auch künftig etwas im Netz haben.

Iris Menn befindet sich derzeit auf dem Greenpeace-Schiff Esperanza, das seit mehreren Wochen auf der Nordsee unterwegs ist, um mit Fischern Kontakt aufzunehmen und für Schutzgebiete zu werben. Insgesamt 17 solcher Gebiete, entsprechend rund 40 Prozent von Nord- und Ostsee, müssen unseres Erachtens eingerichtet werden. Nur so können die beiden Meere geschützt werden und die Fischbestände sich erholen. (sit)

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Schutzgebieteseite. Wenn Sie mehr über die Arbeit der Greenpeacer auf der Esperanza erfahren wollen, dann lesen Sie unser Weblog

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