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Der Hamburger Lieferant Una-Hakra hat die für Edeka produzierende Erzeugergenossenschaft vor wenigen Tagen informiert, dass ihre Ware auch dann als Gen-Soja gekennzeichnet wird, wenn keine Gen-Pflanzen enthalten sind. Bereits der Zulieferant von Una-Hakra, der Bunge-Konzern, kennzeichnet seine Ware prophylaktisch. Im Januar hatte bereits der Raiffeisen Verband schriftlich angekündigt, Futtermittel ohne Genpflanzen zukünftig nur noch überteuert anzubieten.

Durch die falsche Kennzeichnung haben Landwirte keine Wahl mehr. Sie werden von den Futtermittelkonzernen gezwungen, als Gen-Futter deklarierte Ware zu kaufen, erklärt Greenpeace-Gentechnikexperte Christoph Then. Damit wollen die Konzerne einen neuen Qualitätsstandard ohne Gen-Soja verhindern. 70 Prozent der Landwirte lehnen aber den Einsatz von Gen-Futter ab. Die Industrie muss sich dieser Ablehnung beugen und die verschiedenen Qualitäten der Futtermittel trennen. Futter ohne Genpflanzen muss zum Standard werden!

Die falsche Kennzeichnung von Futtermitteln ist nach EU-Bestimmungen nicht zulässig. Dennoch will sich die Industrie eine aufwendige und teure Trennung der Vertriebswege für Futtermittel einsparen. Zum Teil bestehen enge Kooperationen zwischen Gen-Konzernen und internationalen Sojahändlern. Aus Profitinteressen und Bequemlichkeit soll Gentechnik durchgesetzt werden, so Then. Greenpeace prüft derzeit rechtliche Schritte gegen die beteiligten Futtermittelhersteller.

Momentan ist gentechnikfreie Soja keine Mangelware. Seit Dezember 2003 hat Greenpeace in Hamburg auf zehn Schiffen mit Soja Proben genommen und von unabhängigen Instituten auf Gentechnik untersuchen lassen. Bei den letzten beiden Schiffen aus Brasilien lag die Verunreinigung mit Gen-Soja deutlich unter 0,9 Prozent. Die Ware müsste daher nach der neuen Verordnung nicht gekennzeichnet werden.

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